Drastische Corona-Maßnahmen in Italien und Irland

Italien will die Anti-Corona-Maßnahmen verschärfen. So sollen Einreisende aus Großbritannien, den Niederlanden, Belgien und der Tschechischen Republik getestet werden, wie aus Plänen der Regierung hervorgeht. Derzeit werden bereits Einreisende aus Kroatien, Griechenland, Malta, Spanien, Paris und sieben französischen Regionen getestet. Auch Irland erließ drastische Maßnahmen, die einem Lockdown gleichkommen.

Die italienische Regierung will voraussichtlich ab Mittwoch auf gesamtstaatlicher Ebene eine Maskenpflicht im Freien einführen. Derzeit gilt die Maßnahme lediglich in vier Regionen, darunter in der Hauptstadt Rom. Wer sich nicht an die Maskenpflicht hält, muss mit Strafen zwischen 400 und 1.000 Euro rechnen. Menschenansammlungen sind verboten. Polizei und Heer sollen die Einhaltung der Maßnahmen kontrollieren.

Lokale, die die Anti-Corona-Regeln nicht respektieren, müssen mit einer Schließung des Betriebs von fünf bis 30 Tagen rechnen, geht aus den Plänen der Regierung hervor. Zusätzlich sind Strafen von bis zu 1.000 Euro vorgesehen. Wer positiv auf Covid-19 getestet wurde und sich nicht an die Quarantäne hält, muss mit einer Haftstrafe zwischen drei und 18 Monaten rechnen. Die Geldstrafe beträgt zwischen 500 und 5.000 Euro. Zudem droht eine Klage wegen Fahrlässigkeit.

Die italienischen Gesundheitsbehörden haben am Dienstag einen Anstieg bei den Coronavirus-Neuerkrankungen verzeichnet. 2.677 neue Fälle wurden in 24 Stunden registriert, am Vortag waren es 2.257. Außerdem wurden 28 Todesfälle gemeldet, am Montag waren es 16. Die Zahl der Toten seit Beginn der Epidemie im Februar stieg somit auf 36.030. Fast 100.000 Abstriche wurden am Dienstag genommen.

Die irische Regierung hat zwar – mit Blick auf die wirtschaftlichen Folgen – den von einer Expertenkommission angeregten zweiten Lockdown abgelehnt, die neuen Regelungen entsprechen aber de facto einem solchen: Landesweit dürften Restaurants und Pubs ab sofort keine Gäste mehr in Innenräumen bedienen. Bereits geplante Veranstaltungen würden abgesagt, teilte Premierminister Micheal Martin mit.

Angestellte sollten nur dann nicht von zu Hause arbeiten, wenn sie am Arbeitsplatz dringend benötigt würden, sagte Martin. Auch Gottesdienste müssten wieder online stattfinden. Zudem seien die Bürger aufgerufen, keine Inlandsreisen zu unternehmen.

“Die jüngsten Entwicklungen in den meisten Teilen des Landes sind sehr besorgniserregend”, sagte der Regierungschef. “Wenn wir diese Entwicklungen nicht umkehren, wird das ernste Folgen haben – daran besteht kein Zweifel.”

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