Irrational „wie im Mittelalter“

Oö. Kulturchefs „begrüßen“ Lockdown – Hilfen für die „Freien“

Die Illusionsmaschine Landestheater steht in den nächsten Wochen still. Proben möglich. (Szenenfoto aus „Lachesis“)
Die Illusionsmaschine Landestheater steht in den nächsten Wochen still. Proben möglich. (Szenenfoto aus „Lachesis“) © Herwig Prammer

Die Leiter der großen Kulturinstitutionen in Oberösterreich stehen hinter dem neuerlichen Lockdown für alle ab kommenden Montag. Das erfordere die aktuelle Corona-Situation. Vor allem die freie Kulturszene bangt um ihr Überleben, die Kulturplattform Oberösterreich KUPF bedankte sich daher für die rasch zugesagten Hilfen.

Im Linzer Landestheater sind am Freitag die Gespräche mit dem Betriebsrat über Kurzarbeit angelaufen. Auch wenn es ab Montag keine Vorstellungen gibt, dürfen Proben stattfinden. Intendant Hermann Schneider rechnet aufgrund der Corona-Prognosen „persönlich nicht damit, dass vor Mitte Jänner Aufführungen vor Publikum stattfinden“ können. Für die darstellenden Künstler, in deren Gruppe die Durchimpfungsrate in seinem Haus bei über 90 Prozent liege, sei es „enttäuschend und frustrierend, dass sie wieder die Leidtragenden sind“, so Schneider.

Dass der vierte Lockdown wegen eines zögerlichen Agierens der Politik notwendig werde, sieht er nicht so. „Für die Verantwortungslosigkeit der Menschen der Politik die Schuld zu geben, greift zu kurz“, meinte er. Der offenbar in Österreich vorherrschende „hedonistische Freiheitsbegriff“ sei für ihn „nicht nachvollziehbar“.

„Gesellschaft schützen“

„Achtsamkeit und Fürsorge für andere kommen da offenbar nicht vor“, so Schneiders „zutiefst deprimierende Erkenntnis“. Das „irrationale Verhalten der Splittergruppe“ – der Impfgegner und Corona-Leugner – erinnere ihn an ein „Verhalten im Mittelalter“. Die kommende Impfpflicht erscheint ihm „eine gangbare Lösung, um eine Gesellschaft in all ihren Teilbereichen zu schützen“.


Der Intendant des Brucknerhauses Linz, Dietmar Kerschbaum, „begrüßt“ den Lockdown, auch wenn es „natürlich schade ist“, kein Publikum empfangen zu können, meinte er. Auch die Chefin des Linzer Kunstmuseums Lentos, Hemma Schmutz, befürwortet den Lockdown. „Jede Person, die zu Schaden kommt, ist eine zu viel“, wird sie zitiert.

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