Manfred Maurer

Meinung

von Manfred Maurer

IS-Förderer Erdogan

Mit der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien schließt sich ein fataler Kreis: Vor der Ausrufung des inzwischen zerstörten IS-Kalifats hatte das Erdogan-Regime die Islamisten tatkräftig unterstützt — nach dem Prinzip: „Die Feinde meiner Feinde sind meine Freunde.“ Erdogan und der IS verfolgten gleichermaßen den Sturz des syrischen Machthabers Assad.

Das erklärt, warum türkische Nationalisten (auch hier in Oberösterreich) vor fünf Jahren in sozialen Medien Dschihad-verherrlichende Postings streuten. Man fühlte sich dem IS durchaus verbunden und schreckte erst zurück, als die Terroristen Halsabschneidervideos veröffentlchten und auch gegen Türken vorgingen.

Die Lektion wirkte aber offenbar nicht nachhaltig. Denn jetzt tritt Erdogan de facto einmal mehr als Verbündeter des IS in Erscheinung, auch wenn er vorgibt, die „Operation Friedensquelle“ (welch zynischer Euphemismus!) richte sich auch gegen die islamistischen Terroristen.

„Mit dem Kampf gegen die kurdische Anti-IS-Miliz macht sich Erdogan zum Wiedergeburtshelfer des IS.“

Nein: Dem türkischen Präsidenten geht es nur um seinen Hauptfeind: die vom eigenen Staat träumenden Kurden. Mit dem Kampf gegen die kurdische Anti-IS-Miliz macht sich Erdogan zum Wiedergeburtshelfer des IS. Proteste Europas werden nicht genügen. Denn Erdogan brockt dem Kontinent gerade die nächste Flüchtlingswelle ein.

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