Isabelle Allende: Ein unvergänglicher Sommer

Isabel Allendes neuer Roman „Ein unvergänglicher Sommer“ beginnt im Winter — und lässt den Leser frösteln: Nicht nur wegen der Schneemassen im New Yorker Stadtteil Brooklyn, einer eisigen Souterrainwohnung der Buchheldin Lucia und der unterkühlten Beziehung zu ihrem Vermieter und Arbeitskollegen Richard, mit dem sie doch so gern eine heiße Affäre hätte. Es ist vor allem die grausige Entdeckung einer tiefgefrorenen Leiche im Kofferraum eines Lexus, in den Richard bei Eisglätte geschlittert ist und die sowohl ihn und Lucia als auch Evelyn, die Fahrerin des Wagens, vorübergehend schockgefrostet hat. Bis endlich Tauwetter einsetzt, erzählt die gebürtige Chilenin eine fantastische Geschichte, die — ganz typisch für sie — mehrere Generationen umfasst und Ländergrenzen sprengt. Und dabei die politische Lage in den jeweiligen Territorien und Zeiten kritisch umreißt, was sie ebenfalls oft und gern tut. Es verwundert auch nicht, dass Lucia die am eindrucksvollsten porträtierte Person der neuen Lektüre ist, in die Allende vermutlich einiges von sich selbst mit eingearbeitet hat. Es ist — trotz aller realen Bezüge — eine schöne Fiktion, die Allende nun zu Papier gebracht hat. Die herzerwärmende Story, die Lebensklugheit, die den Weg der Hauptdarsteller prägt, v. a. aber der unwiderstehliche Erzählstil lassen gern über Klischees hinwegsehen und hoffen, dass eine frostig beginnende Geschichte in einen unvergänglichen Sommer mündet. FKIsabel Allendes neuer Roman „Ein unvergänglicher Sommer“ beginnt im Winter — und lässt den Leser frösteln: Nicht nur wegen der Schneemassen im New Yorker Stadtteil Brooklyn, einer eisigen Souterrainwohnung der Buchheldin Lucia und der unterkühlten Beziehung zu ihrem Vermieter und Arbeitskollegen Richard, mit dem sie doch so gern eine heiße Affäre hätte. Es ist vor allem die grausige Entdeckung einer tiefgefrorenen Leiche im Kofferraum eines Lexus, in den Richard bei Eisglätte geschlittert ist und die sowohl ihn und Lucia als auch Evelyn, die Fahrerin des Wagens, vorübergehend schockgefrostet hat. Bis endlich Tauwetter einsetzt, erzählt die gebürtige Chilenin eine fantastische Geschichte, die — ganz typisch für sie — mehrere Generationen umfasst und Ländergrenzen sprengt. Und dabei die politische Lage in den jeweiligen Territorien und Zeiten kritisch umreißt, was sie ebenfalls oft und gern tut. Es verwundert auch nicht, dass Lucia die am eindrucksvollsten porträtierte Person der neuen Lektüre ist, in die Allende vermutlich einiges von sich selbst mit eingearbeitet hat. Es ist — trotz aller realen Bezüge — eine schöne Fiktion, die Allende nun zu Papier gebracht hat. Die herzerwärmende Story, die Lebensklugheit, die den Weg der Hauptdarsteller prägt, v. a. aber der unwiderstehliche Erzählstil lassen gern über Klischees hinwegsehen und hoffen, dass eine frostig beginnende Geschichte in einen unvergänglichen Sommer mündet.               FK

Isabel Allende: Ein unvergänglicher Sommer. Suhrkamp, 350 S., 24,70 Euro