Tirol, Vorarlberg und Salzburg beenden Skisaison

Salzburg, Vorarlberg und Tirol beenden die Skisaison aufgrund des Coronavirus vorzeitig. Mit Ablauf Sonntag, 15. März, werden alle Skigebiete geschlossen, teilten die Behörden der drei Bundesländer am Donnerstagabend mit. Ebenso werden alle Beherbergungsbetriebe am Montag behördlich gesperrt. Der Montag wurde deshalb gewählt, damit die Gäste geordnet ihre Rückreise antreten können, hieß es.

“Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen”, sagte Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP). “Aber wir übernehmen Verantwortung für alle TirolerInnen und für alle, die sich in Tirol aufhalten”, meinte er. Tirol ist jenes Bundesland in Österreich, das am stärksten vom Coronavirus betroffen ist. Besonders der beliebte Skiort Ischgl im Paznauntal kann als Ausbreitungsherd bezeichnet werden. Fast die Hälfte der Fälle weist einen Bezug zu Ischgl auf. Ursprünglich dürfte die Infektionskette von der Bar “Kitzloch” ausgegangen sein – ein Barmitarbeiter hatte sich infiziert.

Ischgl hatte bereits das Ende seiner Wintersaison verkündet. “Am Freitag wird der letzte Tag mit Skibetrieb sein”, sagte TVB-Geschäftsführer Andreas Steibl am Donnerstag im APA-Gespräch. “Wir tragen die Entscheidung der Behörden zur Gänze mit. Die Gesundheit der Einheimischen und der Gäste hat oberste Priorität”, meinte Steibl. Man könne derzeit nicht davon ausgehen, dass der Betrieb nach der zweiwöchigen, angeordneten Schließung wieder normal weiter gelaufen wäre, deshalb habe man diesen Schritt gesetzt.

Die wirtschaftlichen Verluste, die durch die vorzeitige Beendigung der Wintersaison, entstehen werden, seien noch nicht abschätzbar, so der TVB-Geschäftsführer. “Wir sind einer der tourismusintensivsten Orte in ganz Österreich, mit einer der längsten Saisonen, da sind Verluste vorgegeben”, fügte Steibl hinzu. Die Betriebe seien aber gut aufgestellt und man wolle in der nächsten Wintersaison wieder voll durchstarten.

In Salzburg wurde das Wintersaisonende gemeinsam mit Vertretern der Salzburger Tourismusbranche, der Gastronomie, der Seilbahnen und der Beherbergungsbetriebe entschieden. Basis für die Entscheidung bildet das Epidemiegesetz. “Diese Entscheidung war alles andere als leicht, aber ich sehe es als notwendigen Schritt, auch um alles dafür zu tun, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen”, sagte Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP). Die Entscheidung sei zum Wohle aller notwendig.

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Die Fälle im Tourismus haben sich in den vergangenen Tagen gehäuft: Am Donnerstagabend musste in Tweng im Salzburger Lungau ein Hotelbetrieb unter Quarantäne gestellt werden. Drei Gäste aus Deutschland, die zuvor in diesem Betrieb genächtigt hatten, wurden in ihrer Heimat positiv auf das Coronavirus getestet. Von der Quarantäne betroffen sind die Betreiber und Mitarbeiter. Insgesamt handelt es sich dabei um zehn Personen, teilte das Land Salzburg mit. In der Pension befinden sich außerdem 83 Gäste, die über Nacht unter Quarantäne in der Unterkunft bleiben und dann unter Auflagen nach Hause reisen können.

Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) sagte, die Entscheidung sei nach Gesprächen mit Tourismusvertretern getroffen worden: “Für uns steht die Gesundheit unserer Gäste, der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und der Vorarlberger Bevölkerung an erster Stelle.”

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