Ischgl mit Hoffnung auf Fast-Normalmodus

Gastronomen und Hoteliers in Ischgl haben sich am Tag der Öffnung in Tirol hinsichtlich der bereits laufenden Wintersaison optimistisch gezeigt. „Ich hoffe in Ischgl auf eine Hotel-Auslastung von bis zu 80 Prozent“, sagte Alexander von der Thannen, TVB-Obmann Paznaun-Ischgl und Hotelier, zur APA. An einen „Plan B“, falls es gar zu einem weiteren Lockdown kommen sollte, will in Ischgl derzeit niemand denken.

Stattdessen präferiert man hier den „Plan A“, wie Arnold Tschiderer vom Schlosshotel Ischgl betonte. Dieser bedeute unbedingt und sofort aufsperren und für Gäste und Personal „die höchsten Sicherheitsstandards“ gewährleisten, so der Hotelier. Die Hotel-Mitarbeiter würden diesbezüglich zudem laufend geschult. „Mit all diesen Maßnahmen hoffen wir, dass wir offenbleiben dürfen“, hielt der Hotelier fest.

Das hofft auch von der Thannen. Ein Baustein dazu soll etwa die Anweisung der Hotel- und Gastrobetriebe sein, die 2G-Regel streng zu kontrollieren. Maskenpflicht bei Mitarbeiten sei darüber hinaus ebenfalls Standard, so der Chef des Hotels „Trofana Royal“. Die jetzigen Öffnungen und die Öffnung des Skigebiets am 3. Dezember seien jedenfalls „starke Signale“ für die Ischgl-Gäste. „Wir merken derzeit, dass die Zugriffe auf unsere Homepage und die Buchungen stark steigen“, so der oberste Touristiker. Ab dem 17. Dezember sei man bereits sehr gut gebucht, strich er heraus.

Anna Kurz, Junior-Chefin des „Fire & Ice“, gab sich angesichts der Hotel- und Gastro-Öffnung und der derzeit guten Buchungslage voller Elan. „Wir sind sehr euphorisch“, sagte sie. Zugleich sei man sich aber der Verantwortung bewusst und achte pedantisch darauf, dass alle Corona-Regeln eingehalten würden, so Kurz. Auf einiges verzichtet man deshalb auch: „DJ wird es bis auf weiteres keinen geben“. Es sei aber so oder so schön, dass endlich wieder „Leben in Ischgl“ einkehrt„, meinte Kurz, die auch Vorsitzende des “Jungen Hotel- und Gastgewerbes Tirol„ ist.

Dem stimmte auch von der Thannen zu. “Heute sperren einige Hotels auf, am Montag noch mehr„, konstatierte er. Damit gehe es wieder deutlich in Richtung “Ischgl-Normalmodus„, auch wenn es Aprés-Ski natürlich nicht geben werde, so der Hotelier und TVB-Obmann. “Ab 70 Prozent Auslastung unserer Hotel-Betriebe sind wir aber schon zufrieden„, führte von der Thannen aus, der im gleichen Atemzug dennoch auf einen teilweise durchaus “schwierigen Winter” einschwor.

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Ischgl war seit Ausbruch der Corona-Pandemie in die internationalen Negativschlagzeilen geraten. In dem Tiroler Wintersportort Ischgl war es zu Beginn zu einem größeren Ausbruch des Coronavirus SARS-CoV-2 gekommen. Die ersten Fälle wurden Anfang März 2020 bekannt, die Ansteckungen sollen vor allem in Apres-Ski-Lokalen passiert sein. Den Behörden war vorgeworfen worden, zu spät und nicht umfassend genug reagiert zu haben. Ein bereits präsentierter Expertenbericht sah kein Versagen, aber Fehleinschätzungen der Behörden. Druck aus der Tourismuswirtschaft auf Entscheidungsträger wurde nicht festgestellt. Auch strafrechtliche Folgen wird es keine geben: Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen eingestellt.

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