Israel und Palästinenser in einem Teufelskreis

Raketenangriffe der Dschihadisten und israelische Gegenschläge fordern viele weitere Opfer

Kriegsgefahr in Nahost: Nach dem Raketenangriffen rollen israelische Panzer an die Gaza-Grenze.
Kriegsgefahr in Nahost: Nach dem Raketenangriffen rollen israelische Panzer an die Gaza-Grenze. © AFP/Kahana

Einen Tag nach der gezielten Tötung eines Anführers der Palästinensermiliz Islamischer Dschihad im Gazastreifen durch die israelische Armee feuerten militante Palästinenser gestern erneut Raketen auf Israel ab.

Bei israelischen Vergeltungsangriffen wurden nach Angaben der Behörden in Gaza zwölf Palästinenser getötet. Die Zahl der Toten seit Beginn der Eskalation am Dienstag erhöhte sich damit auf 24.

Die israelische Armee verlegte verstärkt Truppen ins Grenzgebiet.

Ministerpräsident Benjamin Netanyahu drohte dem Islamischen Dschihad mit weiteren Angriffen, sollte die Miliz ihre Attacken nicht einstellen. Israel werde „ohne Gnade“ auf die Angriffe aus dem Gazastreifen reagieren. Die Dschihadisten sind nach der regierenden Hamas die mächtigste Miliz in Gaza.

Am Dienstag waren, wie berichtet, der prominente Miliz-Anführer Baha Abu Al-Ata und seine Frau Asma bei einem Angriff der israelischen Armee im Gazastreifen getötet worden. Israel machte Ata für Raketenangriffe auf Israel in den vergangenen Monaten verantwortlich. Sowohl der Islamische Dschihad als auch die Hamas schworen Rache. Seither wurden nach israelischen Angaben mindestens 360 Raketen auf Israel abgefeuert. 90 Prozent davon wurden vom israelischen Luftabwehrsystem abgefangen. Auf israelischer Seite gab es keine Toten, aber 60 Verletzte.

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