Italienische Behörden legen “Alan Kurdi” an die Kette

Die italienischen Behörden haben das in Palermo liegende deutsche Rettungsschiff “Alan Kurdi” festgesetzt. Grund seien “mehrere Unregelmäßigkeiten”, die nicht nur die Besatzung, sondern auch andere Menschen an Bord gefährden könnten, berichtete die Agentur Ansa. Details zu den beanstandeten Unregelmäßigkeiten wurden nicht genannt. Das Schiff bleibe bis zur Beseitigung der Fehler an der Kette.

Die “Alan Kurdi” hatte Anfang April vor der Küste Libyens 146 Migranten aufgenommen und zur italienischen Küste gebracht, wo sie wegen der Corona-Pandemie für die Quarantänezeit auf einer Fähre vor der Küste von Sizilien untergebracht wurden. Das Schiff der Hilfsorganisation Sea-Eye mit seinen 17 Besatzungsmitgliedern durfte am Wochenende in Palermo einlaufen.

In Griechenland gelang es Migranten erstmals seit mehr als einem Monat, den verschärften Kontrollen der griechischen Küstenwache in der Ostägäis zu entkommen und die Insel Lesbos zu erreichen. Nach einem Bericht des staatlichen Rundfunksenders ERA-Ägäis stammen die 51 Menschen aus Syrien und verschiedenen afrikanischen Staaten. Darunter seien auch zahlreiche Kinder.

Die Küstenwache hat seit dem 1. April eine neue Taktik, um das Übersetzen von Migranten aus der Türkei zu den Inseln im Osten der Ägäis und damit auch in die EU abzuwenden. Patrouillenboote drängen systematisch deren Boote zurück in türkische Hoheitsgewässer. Wie die Zeitung “Kathimerini” berichtete, wird diese Taktik “offensive Abwendung” genannt.

Seit Anfang April wurden der Zeitung zufolge etwa 700 Migranten gestoppt. Humanitäre Organisationen kritisieren die Methode. Laut Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) und Europäischer Menschenrechtskonvention (EMKR) sind Zurückweisungen an der Grenze (ohne eine Überprüfung der Fluchtgründe) – sogenannte Pushbacks – illegal.

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