Italienische Regionen fordern im Skistreit Grenzschließung

Die oberitalienischen Regionen schlagen der Regierung in Rom die Schließung der Grenze während der Weihnachtszeit vor, sollte es zu keiner gesamteuropäischen Einigung über ein Skiverbot kommen. „Somit wollen wir verhindern, dass die Italiener dorthin ziehen, wo die Skipisten offen sind“, wie etwa nach Österreich, in die Schweiz oder nach Slowenien, betonte der Präsident Liguriens Giovanni Toti, im Interview mit der Tageszeitung „La Stampa“.

„Wir wollen nicht einen doppelten Schaden erleiden, und zwar dass unsere Skianlagen geschlossen werden und unsere Touristen ins Ausland ziehen und mit dem Coronavirus zurückkehren“, sagte der Mitte-Rechts-Politiker Toti. Zugleich forderte er Stützungsgelder für die im Wintertourismus aktiven Betriebe, die wegen des Skiverbots schwere Verluste erleiden werden.

Als alternative Lösung schlugen die norditalienischen Regionen die Öffnung der Skipisten über die Weihnachtsfeiertage, aber nur für Gäste von Hotels und Ferienwohnungen vor. Nur wer mindestens eine Nacht in einem Hotel in den Bergdörfern verbringt oder dort eine Ferienwohnung besitzt bzw. mietet, soll Zugang zu den Skipisten erhalten, heißt es in einem Schreiben der Beauftragten für Bergtourismus der norditalienischen Regionen an die Regierung von Premier Giuseppe Conte. Zugleich forderten die Regionen Reisefreiheit über die Weihnachtsfeiertage für Touristen, die einen Urlaub in einer Bergregion gebucht haben.

„Wir fordern eine Kompromisslösung, um eine komplette Schließung der Berggemeinden zu verhindern. Auf dem Spiel steht das Überleben der Berggebiete, ihrer Arbeitnehmer und einer Wirtschaftsbranche, die 20 Mrd. Euro Umsatz generiert“, hieß es in dem entsprechenden Schreiben.

Das Kabinett will demnächst die Anti-Covid-Auflagen für die Weihnachtszeit vorstellen, die am Freitag in Kraft treten sollten. In Italien ist die Zahl der am Coronavirus infizierten Personen und der Todesopfer am Montag wieder gestiegen. 672 Corona-Tote wurden gemeldet, am Vortag waren es 541 gewesen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Somit starben seit Beginn der Pandemie am 20. Februar 55.576 Personen an Corona.

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