Italienischer Außenminister startet Europa-Tour

Der italienische Außenminister Luigi Di Maio plant kommende Woche eine Europa-Tour, um für die Grenzöffnung in Richtung Italien zu werben. So kündigte Di Maio am Samstag Besuche in Deutschland, Slowenien und Griechenland an. Mit seiner Tour will Di Maio die EU-Partner dazu bewegen, ihren Bürgern Reisefreiheit in Richtung Italien zu gewähren.

In Sachen Grenzöffnung müsse es eine europäische Antwort geben. “Ansonsten bricht Europa zusammen”, warnte Di Maio auf Facebook. “Wenn jemand denkt, dass man Italien wie ein Lazarett behandeln kann, soll er wissen, dass wir nicht tatenlos bleiben werden. Die Geduld hat Grenzen. Wettbewerb unter den EU-Mitgliedstaaten ist gerechtfertigt, muss jedoch gesund und loyal sein. Italien ist schön, einmalig und mit wunderbaren Stränden. Wahrscheinlich hat es keine Rivalen”, schrieb Di Maio.

Am Mittwoch plant Di Maio zudem ein Treffen mit seinem französischen Amtskollegen Jean-Yves Le Drian in Rom. Dabei handelt es sich um den ersten Besuch des französischen Außenministers nach Ende des Lockdowns in seinem Land. Am Freitag reist Di Maio nach Deutschland und am Samstag nach Slowenien. Am 9. Juni wird er in Griechenland erwartet.

“Bei meinen Auslandsbesuchen werde ich meinen Kollegen erklären, dass Italien ab dem 15. Juni bereit ist, ausländische Touristen zu empfangen und dass wir in voller Transparenz handeln werden. Wir haben stets mit Verantwortungsbewusstsein und Transparenz gehandelt und werden es weiterhin tun. Daher erwarten wir uns Respekt”, so der Außenminister.

Di Maio hatte am Montag mit Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) telefoniert. Schallenberg hält eine Öffnung der infolge der Coronakrise geschlossenen Grenzen, die bei Österreichs Nachbarländern beginnt, für geeignet. Die Grenzöffnungen müssten “auf Fakten und Daten basieren”.

Ab Mittwoch können Ausländer wieder nach Italien reisen, ohne sich dort einer zweiwöchigen Quarantäne wie bisher unterziehen zu müssen. Damit erhofft sich Italien einen Neustart des Fremdenverkehrs, der seit Ende Februar zum Erliegen gekommen ist. Mit über 33.000 Covid-19-Todesopfern zählt Italien zu den von der Pandemie am stärksten betroffenen Ländern der Welt.

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