Italiens Autobahnbetreiber ASPI wird verstaatlicht

Die italienische Autobahngesellschaft Autostrade per l’Italia (ASPI) wird verstaatlicht. Ein Konsortium aus der staatlichen Förderbank CDP Equity und dem Investmentfonds Blackstone und Macquarie hat mit der Infrastrukturholding Atlantia ein Abkommen für die Übernahme eines 88-prozentigen Aktienpakets an ASPI geschlossen. ASPI war nach dem Einsturz der Brücke „Morandi“ in Genua vor knapp drei Jahren massiv unter Beschuss geraten. 43 Menschen starben damals.

Die Übernahme erfolgt über die Holding Reti Autostradali, einer neugegründeten Gesellschaft, an der CDP Equity mit einem 51-prozentigen Anteil die Mehrheit hält. Blackstone übernimmt eine 24,5-prozentige Beteiligung, teilte das Konsortium mit. ASPI wird für einen Preis von 9,3 Milliarden Euro erworben.

Mit der Verstaatlichung soll das massiv erschütterte Vertrauen in die durch Mauteinnahmen finanzierten italienischen Autobahnen wieder hergestellt werden. Nach dem Brückeneinsturz von Genua im August 2018 waren den Betreibern der Autobahngesellschaft nämlich schwere Mängel bei der Instandhaltung vorgeworfen worden. Die Brücke wurde im Vorjahr wieder errichtet.

Die deutsche Allianz und die Fonds DIF, EDF Invest und der chinesische Silk Road Fund, die die verbleibenden 12 Prozent an ASPI besitzen, haben eine Option zum Verkauf ihrer Anteile zu gleichen Bedingungen. Atlantia betreibt über 5.000 Autobahnkilometer, vor allem in Italien, wo das Unternehmen 51 Prozent des Verkehrsnetzes kontrolliert, aber auch in Brasilien, Indien, Chile und Polen. Außerdem ist der Konzern seit 2013 auch im Luftverkehrsbereich aktiv und hält Beteiligungen an den Flughäfen Fiumicino und Ciampino in Rom und drei weiteren in Frankreich.

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