Italiens Fußball erlebt seine „Apokalypse“

Buffon und drei weitere Spieler nach Verpassen der WM zurückgetreten

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Zeit, um zurückzutreten: Andrea Barzagli, Gianluigi Buffon, Giorgio Chiellini (von links) und Daniele de Rossi verabschiedeten sich aus der Squadra Azzurra.
Gianluigi Buffon © AFP/Bortorello

Nach dem bitteren Scheitern in der WM-Qualifikation steht Italiens Fußball-Welt unter Schock. „Das ist die Apokalypse“, kommentierte die „Gazzetta dello Sport“ das 0:0 gegen Schweden im Play-off-Rückspiel Montagabend in Mailand. Schon Sekunden nach dem WM-Aus flossen bei Tormann-Ikone Gianluigi „Gigi“ Buffon die Tränen — wenig später verkündete der 39-jährige Juventus-Star seinen Teamrücktritt. „Es tut mir so leid, dass mein letztes Länderspiel mit dem Scheitern in der WM-Qualifikation zusammengefallen ist. Es tut mir nicht für mich persönlich leid, sondern für die ganze Mannschaft und das ganze Land. Wir haben etwas verpasst, das auf so verschiedenen Ebenen viel bedeutet hätte“, schluchzte der Weltmeister von 2006. Zwölf Jahre später findet erstmals seit 1958 eine WM ohne Italien statt.

Da erklärten nach Buffon (175 Länderspiele), dessen Traum von einer sechsten WM und damit dem alleinigen Rekord unerfüllt bleibt, auch Giorgio Chiellini, Andrea Barzagli undDaniele De Rossi ihren Rücktritt aus der Squadra Azzurra. Wie es mit Teamchef Gian Piero Ventura (Vertrag bis 2020) weitergeht, könnte sich heute in einer Krisensitzung des Verbands entscheiden.

Getrübte Schweden-Party

Doch auch im Lager der Schweden war nach dem ermauerten 0:0 im Rückspiel nicht alles eitel Wonne. „Wir haben heute Nacht viele Helden“, jubelte Teamchef Janne Andersson. Aber: Mit Jakob Johansson erlitt der Schütze des einzigen Tors in dieser Play-off-Begegnung, einen Kreuzbandriss, andererseits störte Zlatan Ibrahimovic bzw. ein provokanter Post des Torjägers („We are Zweden“) und die wiederkehrende Frage nach seinem Comeback — er war 20016 aus dem Team zurückgetreten — die Party: „Wir müssen endlich anfangen, über die großartigen Spieler zu reden, die wir in dieser Mannschaft haben“, forderte Andersson genervt.