Italo-ägyptischer Rapper Mahmood Festival-Sieger in Sanremo

Während Italien wegen seinem harten Kurs in Sachen Einwanderung international für Aufsehen sorgt, siegt ein Rapper ägyptischer Herkunft beim traditionsreichen Songfestival von Sanremo. Der 27-jährige Italo-Ägypter Mahmood gewann bei der 69. Ausgabe des beliebtesten italienischen Schlagerfestivals mit einem Song, in dem er auch Strophen auf Arabisch singt.

“Soldi” (Geld) lautet der Titel des Songs, in dem es um Einwanderung und um die schwierige Beziehung zu einem Vater geht. Mahood behauptete sich im altehrwürdigen Teatro Ariston von Sanremo dank der Stimmen der Zuschauer, einer Expertenjury und von Journalisten. Mahmood setzte sich überraschend gegen den Favoriten, den römischen Rapper Ultimo, sowie gegen das bekannte Tenöre-Trio “Il Volo” durch.

“Der Sieg Mahmoods beim traditionsreichsten der italienischen Festivals kann klar als Signal gegen die populistische Regierung betrachtet werden”, kommentierte die italienische Tageszeitung “Sole 24 Ore”. “In der vielleicht dunkelsten Phase der italienischen Republik finde ich es sehr positiv, dass die Zuschauer für einen Italiener ausländischer Herkunft gestimmt haben, der in Sanremo mit einem Song zum Thema Einwanderung auftritt”, kommentierte ein Zuschauer im Internet.

Anders sieht dies Innenminister Matteo Salvini, der das Lied Mahmoods auf Facebook kritisierte. “Das schönste italienische Lied ist jenes Mahmoods? Ich hätte Ultimos Lied gewählt”, schrieb Salvini auf Facebook.

Der Sänger lässt sich von der Reaktion Salvinis nicht aus der Ruhe bringen. “Ich fühle mich 100-prozentig als Italiener. Meine Mutter kommt aus Sardinien und mein Vater ist Ägypter. Ich bin in Mailand zur Welt gekommen und bin Italiener”, sagte der Rapper.

Unter der Leitung des Popkönigs Claudio Baglioni traten an den vergangenen fünf Abenden zahlreiche Künstler auf und sorgten für beeindruckende Einschaltquoten im italienischen Fernsehen. Das Festival wurde von RAI 1 live übertragen. Stargäste wie Eros Ramazzotti, Laura Pausini und Andrea Bocelli hatten in den vergangenen Tagen im Teatro Ariston gesungen.

Schon zu Beginn des Festivals hatte das Thema Migration für Debatten gesorgt. Festivalleiter Baglioni hatte die Regierung in Rom wegen ihres Beschlusses kritisiert, 47 Migranten an Bord des Rettungsschiffes “Sea-Watch 3” zwölf Tage lang vor der Landung auf Sizilien ausharren zu lassen. Damit hatte sich Baglioni Kritik aus Regierungskreisen zugezogen. Der beliebte römische Sänger hat bereits mehrere Benefizkonzerte für Migranten auf Lampedusa organisiert.