Ja, mir san mim Auto da: Rosemarie Isopp wird 90

    Sie war Österreichs Stimme zum Mittagstisch: „Autofahrer unterwegs“

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    Einst Liebling der Radionation: Isopp
    Einst Liebling der Radionation: Isopp © ORF/Peter Kurz

    In dieser Sendung wurde über Malzkaffee geredet und darüber, ob Frauen während der Menstruation Auto fahren dürfen. Man sorgte sich um entlaufene Kinder und berichtete über Hagelschlag in Absdorf-Hippersdorf. Mehr als 15.000 Sendungen erlebte das Flaggschiff der ORF-Regionalradios zwischen 1957 und 1999: „Autofahrer unterwegs“. Zum legendären Team dieser Sendung gehörte Rosemarie Isopp, mit der wir Menschen vorgerückten Alters Mittagessen bei Oma und Opa, Maggi, Nudelsuppe und Bratl verbinden. Zwischen 1957 und 1988 moderierte Rosemarie Isopp 2997 Ausgaben des Radio-Mittagsmagazins. Heute feiert die Radio-Legende ihren 90. Geburtstag.

    Auf der Bühne des Landestheaters in Linz

    Begonnen hat die Karriere der Favoritnerin nach einer abgeschlossenen Schauspielausbildung am Landestheater in Linz, wo sie mit Waltraut Haas und Erich Auer auf der Bühne stand. Ihre Tätigkeit im ORF-Radio verschaffte der „sympathischsten Radiostimme Österreichs“ jedoch eine Popularität, von der manche Burgschauspieler nur träumen können.

    Immerhin zählte die Sendung „Autofahrer unterwegs“, bei der das Mittagsläuten jeweils einer anderen Pfarrkirche neben Verkehrsinformationen, Straßenzustandsberichten und kurzen Interviews mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Sport, Politik und Kultur zu den Standards gehörten, in ihren besten Tagen bis zu zwei Millionen Zuhörer. Die Sendung wurde 1999 eingestellt. Isopp selbst war übrigens auch viele Tausende Kilometer als Autofahrerin unterwegs: „Alle meine Autos waren rot, sie werden am ehesten gesehen und sind deshalb angeblich die sichersten“, sagte sie der „Ganzen Woche“.

    Nach dem Ende ihrer Radiokarriere (sie moderierte u. a. „Wiener Charme“, „Das Wiener Kriminalmuseum“ und „Das telephonische Wunschkonzert“), machte Rosemarie Isopp ihr Hobby zum Beruf und wurde Reiseleiterin für Individualreisende, die in kleinen Gruppen fremde Länder abseits der üblichen Touristenpfade entdecken wollten. „Reisen ist mein Leben“, sagte sie. Eine der interessantesten Destinationen sei übrigens Nordkorea gewesen. Und ihre Sammlung von Elefantenfiguren aus aller Welt soll 2000 Stück umfassen.

    An der Wiener Urania hielt sie außerdem Vorträge über ihre Reisen — den ersten mit dem Titel „In 30 Tagen um die Welt“ im Jahr 1971, ihren letzten am 21. September 2015 über Bulgarien. Außerdem gestaltete sie Leseabende und Adventsoireen und moderierte verschiedene Veranstaltungen an der Urania. Isopp, der 1983 der Professoren-Titel verliehen wurde, trat aber auch als Kinderbuchautorin („Die schwarze Uhr“, „Das Püppchen Roswitha“) und Hörspielautorin hervor.

    „Ich hab‘ mein Leben lang so viel gearbeitet, und das hat mir so viel Freude gemacht“, erzählte sie 2015 der „Kronen Zeitung“. „Für mich war die Arbeit immer ein Vergnügen.“