James Blake: „Assume Form“ (Polydor)

Zuerst sind da mal fast 30 Minuten: So viel Unterschied liegt zwischen James Blakes neuestem Album „Assume Form“ und dem 2016er-Werk „The Colour in Anything“.

Versuchte der britische Popsänger mit dem einprägsamen Timbre vor drei Jahren noch, seine Zuhörer mit Quantität auf seine Seite zu ziehen, setzt er nun wieder auf Reduktion — und das besonders im Klang. Man muss zugeben: Es gelingt. Auf seinem kürzlich erschienen vierten Album hat das zwischen Pop und Electronic changierende „Wunderkind“ nun wieder den Song im Fokus und knüpft etwa mit dem auf dezenten Pianoklängen sowie verschrobenen Sounds aufbauenden Titeltrack wieder an seine Anfänge an.

Nicht mehr besser, größer, eingängiger ist die Devise, sondern die Fokussierung auf das Wesentliche. Andererseits beweist er ein ausgezeichnetes Händchen für die richtigen Kollaborateure: So werden seine zarten Worte in „Mile High“ von Rapper Travis Scott begleitet. Wie auch das folgende „Tell Them“ wurde dieser Track von Metro Boomin produziert. Ein kleiner Hall hier, ein paar Handclaps dort — es sind meist simple Dinge, die große Effekte erzielen.

Konventionell ist Blake immer noch nicht, aber er hat diesmal einen Zugang gefunden, der gleichermaßen nachvollziehbar wie fordernd ist.