Japan erwägt Entsorgung von radioaktivem Wasser ins Meer

Ab 2022 kein Platz mehr für radioaktives Kühlwasser aus Fukushima

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TOKIO — Acht Jahre nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima erwägt der Energiekonzern Tepco aufgrund fehlender Lagerkapazitäten, radioaktiv verseuchtes Wasser aus dem zerstörten Kernkraftwerk in den Ozean zu leiten. Mit dem Wasser wird das Schmelzen der Brennstoffkerne seit dem Tsunami im Jahr 2011 verhindert.

„Die einzige Möglichkeit wird sein, das Wasser ins Meer abzuleiten und zu verdünnen“, sagte Umweltminister Yoshiaki Harada. Laut Tepco soll der Konzern ab 2022 keinen Platz mehr zur Wasserspeicherung haben.

Die gesamte Regierung werde das diskutieren. Sie wartet derzeit auf den Bericht eines Expertenteams, bevor sie eine endgültige Entscheidung über die Entsorgung des radioaktiven Wassers trifft.

Sollte Tokio grünes Licht für die Entsorgung des kontaminierten Wassers in den Ozean geben, dürften Nachbarstaaten wie Südkorea auf den Plan gerufen werden. Seoul hatte bereits im vergangenen Monat einen hochrangigen Botschaftsbeamten einberufen, um zu klären, wie mit dem Fukushima-Wasser umgegangen wird. Das Außenministerium erklärte, es habe Japan gebeten, „eine kluge und vorsichtige Entscheidung in dieser Frage zu treffen“.

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