Jazzwelt zu Gast auf oö. Bauernhof: „Mir geht’s um Musik, die man spürt“

Stars wie Abdullah Ibrahim zu Gast beim 25. Inntöne-Festival im Juni

Pianist Brian Marsella
Pianist Brian Marsella © Piccasa

Wenn Paul Zauner ruft, kommen sie alle. Nationale und internationale Jazzgrößen geben sich in Diersbach am Buchmannhof im Bezirk Schärding ein Stelldichein beim Inntöne-Festival, das heuer zum 25. Mal unter diesem Namen vom 7. bis 9. Juni steigt.

Der österreichische Jazzposaunist, Musikproduzent und Biobauer setzt als Künstlerischer Leiter auf Vielfalt: „Ich mag die Mischung. In der Pizzeria esse ich fast immer dasselbe, aber in der Musik ändert sich der Geschmack. Mir gefällt auch Elektronisches und Blues. Mir geht’s um Musik, die man spürt, nicht um große Namen. Aber die Besucher sollen auch Stars kennenlernen können“, sagt Zauner.

Geheimtipp aus den USA

Als einer der absoluten Höhepunkte darf der Solo-Auftritt des südafrikanischen Pianisten Abdullah Ibrahim am 7. Juni (21 Uhr, Stadl) bezeichnet werden. Er gilt als einer der innovativsten und virtuosesten Jazzgrößen. Zauner: „Er hat eine ganze Generation beeinflusst.“ Im Internet gesehen und prompt engagiert hat Zauner „The Como Mamas“ aus den USA (7. 6., 23 Uhr, Stadl, Gospel).

Am 8. Juni treten im Stadl u. a. mit Sylvain Luc (Gitarre) und Stéphane Belmondo (Trompete) zwei französische Jazzlegenden an. Als Geheimtipp gilt Brian Marsella (USA), der gerade die New Yorker Szene aufmischt. „Ein unfassbarer Pianist, den muss man sich anhören“, betont Zauner. Ungewöhnliches gibt’s vom deutsch-italienischen Ensemble Supersonus. „Die Leiterin, Anna-Maria Hefele, macht Obertongesang und hat damit schon 13 Millionen Likes auf Youtube. Ich habe sie einfach angeschrieben. Anfang Juni erscheint die erste Platte, das fällt genau mit unserem Festival zusammen“, freut sich Zauner. Als „Genie“ bezeichnet er Toninho Horta, der brasilianische Gitarrist und Sänger tritt zusammen mit dem Österreicher Rudi Berger (Violine) am 9. Juni auf, ebenso wie der britische Jazzmusiker Theon Cross (Tuba). Aus Österreich sind etwa das David Helbock Trio oder chuffDRONE dabei.

Gespielt wird im Stadl und im ehemaligen Schweinestall „St. Pigs Pub“. Das Budget beläuft sich auf 250.000 Euro und besteht aus Einnahmen, Förderungen von Land, Bund und einem kleinen Anteil der Gemeinde. „Aber die Gemeinde steht voll dahinter, hilft mit Arbeitskraft. Viele Menschen aus dem Ort arbeiten mit“, so Zauner. Das Publikum kommt auch aus dem Ausland, vorwiegend wird gecampt. Ein Shuttleservice von Passau und Schärding steht zur Verfügung. Für Kinder gibt’s ein umfangreiches Rahmenprogramm vom Töpfern bis zum Kindertheater. Für das leibliche Wohl ist gesorgt — von vegan bis zum Schweinsbraten. ast

Tickets: inntoene.digiticket24.at