Jean-Philippe Rameau: Pigmalion – Dardanus

Mit dem Würdigungspreis der Stadt Linz frisch geehrt, fällt mir Michi Gaiggs neueste Aufnahme französischer Barockmusik bei cpo in die Hand und begeistert spontan als eine der bisher besten, was schon ihr L’Orfeo Barockorchester mit seinem unverkennbaren seidigen Glanz belegt.

Diesmal auch inhaltlich mit Suiten & Arien des bedeutenden Meisters Jean-Philippe Rameau (1683-1764) aus seinen beiden rangmäßig für sein Schaffen prägenden Opern „Pigmalion“ und „Dardanus“. Nicht umsonst galt Rameau zu seiner Zeit als der „Newton der Musik“.

Zur ersten seriösen Oper individuellen Stils fand Rameau erst mit 50 Jahren, brachte es aber zu 30 vollendeten Bühnenwerken. Der Einakter „Pigmalion“ nach Ovids Metamorphosen (1748) offenbart den 67-jährigen Komponisten auf der Höhe seiner kontrapunktischen Meisterschaft und steht mit seiner Dramatik jenseits jeder auf Konstruktion gestützten Arbeit.

Neun Jahre früher erblickte der bearbeitete Opernstoff über den Jupiter-Sohn und Troja-Gründer „Dardanus“ das Licht der Welt, der Rameau — ebenso wie später auch Mozart — faszinierte. Dass Michi Gaigg alle ihre seelischen Regungen im Dirigat bei Ruhe und Bewegung der Bilder in ihr Orchester investiert und die Haut-Contre-Stimme von Anders J. Dahlin vom Barockklang nicht loslässt, wird der Hörer dankbar feststellen können.

Hörprobe:

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