„Jede Stadt könnte Güllen sein“

Vorschau: Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ im Theater Phönix

Alfred Ill (Walter Ludwig) ist der Moral der Güllener Bürger ausgeliefert.
Alfred Ill (Walter Ludwig) ist der Moral der Güllener Bürger ausgeliefert. © Helmut Walter

Die Tragikomödie „Der Besuch der alten Dame“ feiert am Donnerstag, dem 24. September, Premiere im Linzer Theater Phönix.

Im Zentrum des düster-komischen Stücks vom Schweizer Autor Friedrich Dürrenmatt steht Bestechlichkeit: Claire Zachanassian (Ingrid Höller), einst wegen einer unehelichen Schwangerschaft aus Güllen verwiesen, kehrt als steinreiche Frau in ihre Heimat zurück.

Ihr Motiv: Rache. Claire bietet hundert Milliarden für den Kopf ihrer Jugendliebe Alfred Ill (Walter Ludwig). Dieser leugnete einst die Vaterschaft für das ungeborene Kind. Ein Angebot, das die ärmliche Stadtbevölkerung langfristig kaum ablehnen kann.

Vorfreude des Teams überwiegt Corona-Sorge

„Noch heute regiert Geld die Welt. Jede Stadt könnte Güllen sein, auch Linz“, resümiert Regisseur Andreas Baumgartner. Er reduzierte die 30 Rollen des Werks auf 13. Aufgeführt wird das 90-minütige Stück bis 31. Oktober von acht Schauspielern.

„Sämtliche Covid-19-Maßnahmen werden streng eingehalten. Vom Einlass um 19.15 Uhr bis zum Spielbeginn herrscht Maskenpflicht“, so Theaterleiter Harald Gebhartl. Knapp 100 anstatt der üblichen 220 Plätze stehen im Schachbrettmuster zur Verfügung, Barbetrieb gibt es nur in der Pause bei Schönwetter und im Freien.

Gebhartl bleibt trotz der strikten Regeln optimistisch: „Insgesamt überwiegt die hoffnungsvolle Vorfreude auf den Spielstart.“

Karten unter: 0732/666 500
www.theater-phoenix.at
tickets@theater-phoenix.at

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