Jeder sollte sich bewusst werden: „Wie viel Alkohol trinke ich?“

Dialogwoche bietet bis 23. Mai zahlreiche Online-Angebote – Rechtzeitig Hilfe suchen, sollte der Alkoholkonsum bedenklich sein

Rund 63.000 Menschen in Oberösterreich sind alkoholkrank, 125.000 trinken Bier, Wein oder Schnaps in einem problematischen Ausmaß. In einer Befragung gaben 90 Prozent an, im Vorjahr Alkohol konsumiert zu haben.

Während der Corona-Pandemie hat der Großteil (72 Prozent) sein Konsumverhalten aber nicht verändert, jedoch gaben je 14 Prozent an, jetzt mehr oder weniger Alkohol zu trinken.

Jene, die weniger konsumieren, begründen dies „mit weniger Anlässen oder Gelegenheiten“, so Rainer Schmidbauer, Leiter Institut Suchtprävention. Jene, die mehr zu Bier, Wein oder Schnaps greifen, tun dies, weil sie „mehr Zeit und mehr Stress haben“.

Tranken vor Corona 6,7 Prozent täglich Alkohol, stieg diese Zahl im ersten Lockdown auf 13,2 Prozent an und flachte im Herbst 2020 wieder auf 7,5 Prozent ab.

Diese Woche läuft bis 23. Mai zum dritten Mal die Dialogwoche Alkohol, in der sich jeder die Frage stellen sollte: „Wie viel Alkohol trinke ich und ab wann ist es zu viel?“

Wann wird aus dem Genuss- ein Suchtmittel?

„Dabei geht es darum, ein Bewusstsein für das Thema zu schaffen, es zu entabuisieren und sich gegebenfalls Hilfe zu holen“, betonte Gesundheitsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander am Montag in einer Pressekonferenz. „Gegen ein Feiertagsbier ist nichts einzuwenden, aber wann wird aus dem Genuss- ein Suchtmittel“, fragt Albert Maringer, Vorsitzender des ÖGK-Landesstellenausschuss.

Dies sollte jeder für sich hinterfragen. „Wenn man selbst nicht merkt, dass der Alkoholkonsum bereits bedenklich ist, geht es ums Hinschauen der Angehörigen oder im Freundeskreis, damit dem Betroffenen rechtzeitig geholfen werden kann“, sagte Schmidbauer.

Noch lässt sich für Suchtexperten Prim. Kurosch Yazdi nicht quantifizieren, wie viele in der Pandemiezeit ein Suchtproblem bekommen haben, allerdings seien vermehrt Menschen, die ihr Alkoholproblem jahrelang im Griff gehabt haben, wieder rückfällig geworden.

Corona-bedingt gibt es in der Dialogwoche zahlreiche Webinare und rund 70 Online-Live-Events unter www.dialogwoche-alkohol.at

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