Jeep Cherokee: Kompetenz für Stadt und Land

Passenderweise hat Jeep die zweite Ausstattungslinie beim Cherokee Overland benannt. Denn das fünfsitzige SUV beweist nicht nur innen, sondern auch außen, dass es im Gelände gut zurechtkommt. Doch wie verhält sich der Indianer in der Stadt? Kurze Antwort: Sehr gut.

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Das mit der Namensgebung beim Jeep Cherokee ist so eine Sache. Der ursprüngliche Cherokee SJ war von 1974 bis 1983 die sportliche Variante des Wagoneers. Die erste Generation des Jeep Cherokee XJ war dann Ende der 80er- und Anfang der 90er-Jahre in Europa ein Verkaufsschlager.

Zwischen den Generationenwechseln hieß der Cherokee in den USA Liberty – aber seit 2013 ist das nun einheitlich. Der Cherokee heißt nun Cherokee und er präsentiert sich nach seinem Facelift wieder typisch als Jeep.

Typenschein

Jeep Cherokee Overland 2.2 MultiJet

Preis: ab € 64.480,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 65.542,60 inklusive Metalliclackierung € 1062,60; einen Jeep Cherokee (Limited 2.2 CRDi FWD 9AT) gibt es ab € 56.965,-
NoVA/Steuer: 12 %/ € 1192,32 jährlich
Garantie: 2 Jahre ohne km-Begrenzung, plus 2 weitere Jahre mit kostenlosem Jeep Care-Paket bis max. 120.000 km, 2 Jahre Lackgarantie, 7 Jahre gegen Durchrostung
Service: laut Serviceheft bzw. Bordcomputer

Technische Daten:
Motor: R4, 16V, Common-Rail, Turbolader, Partikelfilter, 2184 cm³, 143 kW/195 PS bei 3500 U/min, max. Drehmoment 450 Nm bei 2000 U/min
Getriebe: Neungangautomatik
Antrieb: Allradantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 202 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 8,8 s
Leistungsgewicht: 9,62 kg/PS
MVEG-Verbrauch: 7,9 Liter
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 8,8 Liter
CO2-Ausstoß: 175 g/km
NOx: 0,0238 g/km; Euro 6d-TEMP

Eckdaten:
L/B/H: 4623/1859/1683 mm
Radstand: 2708 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1877/2494 kg
Kofferraum: 448-1555 Liter
Tank: 60 Liter (Diesel)
Reifen: 4 x 235/50 R19 98V auf 19“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/LKA/LMS
Airbags: 8

Geländedaten:
Bodenfreiheit: 201 mm
Böschungswinkel vorne: 18,9°
Hinten: 25°
Rampenwinkel: 19,5°
Wattiefe: 508 mm

Nach der Umgestaltung gibt es nun wieder einteilige Scheinwerfer und der Schlitz-Kühlergrill steht wieder aufrechter. Auch am Heck waren die Gestalter am Werk, sie vergrößerten den Unterfahrschutz, verpassten dem Cherokee beispielsweise neue LED-Rückleuchte.

Die hoch gezogenen Plastikabdeckungen vermitteln darüber hinaus Offroad-Flair, während die silberne Dachreling den notwendigen Hauch Eleganz für ein 65.000 Euro teures Auto verleiht. Das optische Ergebnis kann sich also sehen lassen und wird auch die Traditionalisten beruhigen: Das sieht jetzt wieder richtig nach Jeep aus.

Als Aggregat steht unter anderem ein 2,2-Liter-Selbstzünder parat, der sich die Arbeit mit einer serienmäßigen Neungangautomatik teilt. Der Fahrer hat jetzt erstmals die Möglichkeit die Gänge auch über Schaltpaddel hinter dem Lenkrad zu wählen. Das funktioniert problemlos, ist aber eigentlich nicht notwendig, weil der Automat fast immer die richtigen Entscheidungen trifft.

Dabei stimmt auch die Mischung aus Komfort und Schnelligkeit. Die Mischung stimmt übrigens auch bei der Straßenlage, weil der prinzipiell eher straff gefederte Ami Bodenunebenheiten durchaus sanft wegbügelt. Mit seinen 195 PS erweist sich der knapp 1,9 Tonnen schwere Cherokee ausreichend motorisiert.

Spurtkönig ist er keiner, eher der biedere, unauffällige Familienwagen, denn sowohl vorne als auch hinten reicht der Platz locker für die maximal fünf Passagiere. Der Gepäckraum kann sich sprichwörtlich sehen lassen – er fasst satte 448 Liter und nach Umlegen der Rückbank packt der Stauraum sogar 1555 Liter; sehr passabel für den 4,62 Meter langen Wagen.

Nicht passabel ist hingegen der Verbrauch, der mit knapp neun Litern schon hart an der Schmerzgrenze liegt. Damit verbraucht der recht wendige Ami fast so viel wie der 400 PS starke BMW X5 M50d, der sogar 2,2 Tonnen wiegt. Wunderbar arbeitet sich der Cherokee dafür durchs Gelände, watet durch bis zu 50 Zentimeter hohe Gewässer und spielt über Stock und Stein seine Offroad-Fähigkeiten grandios aus.

Ausgestattet ist der Cherokee ab Werk übrigens ziemlich umfangreich: Neben LED-Leuchten, Klimaanlage, wuchtiges Lederlenkrad, Lenkradheizung, 8,4 Zoll großem Touchscreen, 19er-Alus und Panoramadach gehören auch diverse Assistenzsysteme zur Grundausstattung dazu. Die belederten und klimatisierten Sitzen, die zum Serienumfang der Overland-Ausstattung gehören, sind bequem und komfortabel, könnten allerdings mehr Seitenhalt bieten.

Insgesamt gilt: Gut verarbeitet, hochwertige Materialien, relativ kleine Icons auf dem Touchscreen (das ist auch eine Herausforderung), größtenteils logische Menüführung und ein ergonomisch gut strukturiertes Cockpit mit einem ausgewogenen Mix aus Knöpfen und Bedienfunktionen via Touchscreen. Die Sprachsteuerung funktioniert zudem zufriedenstellend ist allerdings relativ träge.

Fazit: Gemacht für Stadt und Land – für den Jeep Cherokee als Allrounder sprechen sein Platzangebot, die unterschiedlichen Fahrmodi, sein stilsicherer und selbstbewusster Auftritt sowie sein unaufgeregtes und ausgewogenes Fahrverhalten. Abzüge gibt´s hingegen für den Verbrauch.

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