Jetzt auch Schreckschüsse gegen Wolf in Liebenau

In zwei Waldviertler Gemeinden bereits seit zwei Wochen erlaubt — Land OÖ gibt grünes Licht — Weiteres Rudel in NÖ entdeckt

Wolf

LINZ/LIEBENAU — Grünes Licht gab das Land Oberösterreich nun für Vergrämungsmaßnahmen gegen den Wolf im Mühlviertel. In Liebenau im Bezirk Freistadt, wo Exemplare mehrmals im Bereich von Höfen und Häusern gesichtet worden waren, dürfen nun Gummigeschosse, Schreckschussmunition, Signalpatronen, Licht oder Lärm eingesetzt werden. Das Land hat damit erstmals einen solchen Bescheid ausgegeben. Nur wenige Kilometer weiter, in Langschlag und Bad Großpertholz in NÖ, war eine solche Aunahme- bewilligung bereits Mitte August erteilt worden. Ganz in der Nähe, im Bereich Karlstift, ist laut WWF nun auch ein zweite Rudel mit vier Jungtieren in eine Fotofalle getappt.

In OÖ war bereits im Mai wie berichtet bei einem Runden Tisch ein Zweistufen-Plan beschlossen worden, der als Erstmaßnahme die Vergrämung beinhaltet.

bezahlte Anzeige

Sicherheit oberste Priorität

„Für uns hat die Sicherheit der Bevölkerung und die Sicherheit der Weidetiere oberste Priorität“, betont der zuständige Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger. „Die Bewohnerinnen und Bewohner der betroffenen Regionen sind stark verunsichert und das ist nachvollziehbar, denn der Wolf dringt in ihren unmittelbaren Lebensraum ein. Daher ist es das Ziel dieser Ausnahmebewilligung, die natürliche Scheu der Wölfe wieder herzustellen und das Vordringen in den Nahbereich der Häuser und Höfe zu verhindern“, betont er.

„Das Ziel ist es, dem Wolf nicht zu schaden, sondern ihn zu erziehen“, erklärt der Wolfsbeauftragte Georg Rauer von der Vetmeduni Wien, der im Vorfeld zur Bewilligung eine Stellungnahme abgegeben hatte. Darin erachtete er die Vergrämung im Fall von Liebenau für eine sinnvolle Maßnahme mit den geeigneten Mitteln“, wie er im VOLKSBLATT-Gespräch betonte.

Konkret dürfen nun Wölfe, die sich innerhalb eines Umkreises von 200 Metern von bewohnten Gebäuden aufhalten durch die Grundstückseigentümer bzw. die Jäger vergrämt werden. Die Bewilligung gilt bis Ende 2019. Doch: „Sofern sich der Wolf nicht durch Vergrämungsmaßnahmen abschrecken lässt, gilt es den nächsten Schritt, die Entnahme der Problem- wölfe, umzusetzen“, bekräftigt Hiegelsberger.

re