Jetzt den Schulstart mit einem Ritual planen

Eltern sollten ihre Kinder fragen, was sie sich erwarten und nötigenfalls Ängste nehmen – Eine gemeinsame Aktivität am ersten Tag vorsehen

Kind am ersten Schultag
Kind am ersten Schultag © Kzenon – stock.adobe.com

Von Michaela Ecklbauer

LINZ – Am Montag geht im Osten die Schule wieder los, auch in OÖ wird es bald so weit sein. Manche Kinder fiebern dem ersten Schultag mit Freude entgegen, andere haben schon jetzt einen Bammel davor. Damit der Schulstart gut gelingt, rät Gesundheitspsychologin Marina Gottwald den Eltern, mit den Kinder zu besprechen, wie es ihnen mit dem nahenden Schulbeginn geht. Die Frage, „Wie stellst du dir vor, dass es in der Schule sein wird“ gilt nicht nur für Erstklassler, sondern auch für Kinder, die an eine neue Schule wechseln. Dann heißt es, mögliche Ängste zu nehmen.

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Sie rät nicht nur, den ersten Schultag mit einer gemeinsamen Aktivität zu verbringen, sondern auch die erste Woche im Detail durchzubesprechen. „Jetzt ist die Zeit, den Schulweg noch einmal konkret durchzugehen, auch mit Kindern, die schon in die zweite Klasse kommen, bzw. sich das neue Schulgebäude anzusehen“, schildert Gottwald im Gespräch mit dem VOLKSBLATT. „Genau festgelegt werden sollte, wann aufgestanden und wie der Tagesablauf aussehen wird, ob das Kind in den Hort geht oder von wem es nach der Schule abgeholt wird, etc.“.

Für den ersten Schultag schlägt sie ein Ritual vor, z. B. mit einem gemeinsamen Mittagessen nach der Schule und – wenn beruflich möglich – einem Ausflug, den sich das Kind wünscht. „Dann hat es auf jeden Fall einen Grund, sich darauf zu freuen“, sagt die Psychologin, deren zehnjährige Tochter heuer ins Gymnasium kommt.

Bei einer Nachprüfung den Druck nehmen

Schülern, die eine Nachprüfung haben, sollten die Eltern vermitteln, dass es in Ordnung ist, egal wie das Ergebnis ausfällt. Sollte die Prüfung nicht bestanden werden, dann wird es schon gute Gründe dafür geben, z. B. dass das Kind dadurch den Stoff noch einmal wiederholen kann. Um den bisherigen Freundeskreis nicht zu verlieren, sollten Wege vereinbart werden, wie sich die Kinder auch künftig noch sehen und treffen können.

Meist dauert es nur wenige Wochen, bis sich bei Kindern mit Schulangst Bauchweh einstellt. Das sollte ernst genommen und nach einer medizinischen Abklärung entsprechend behandelt werden. Gerade bei Veränderungen wie einem Schuleintritt hat die Psychologin auch kein Problem, wenn Kinder das eine oder andere Mal wieder zu den Eltern ins Bett schlüpfen. „In Zeiten der Veränderung brauchen sie einfach ein Stück Sicherheit“, weiß Gottwald.