„Jetzt sind Realismus und Fairness angesagt“

Landwirtschaftskammer warnt vor Panikmache — Handels-Konzerne versuchen wieder zu beruhigen

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Forderten gestern einen sorgsameren Umgang mit der aktuellen Marktsituation bei Butter: Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Reisecker (m.), Kammerdirektor Friedrich Pernkopf (l.) und der Marktexperte Michael Wöckinger.
Forderten gestern einen sorgsameren Umgang mit der aktuellen Marktsituation bei Butter: Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Reisecker (m.), Kammerdirektor Friedrich Pernkopf (l.) und der Marktexperte Michael Wöckinger. © LWK OÖ

„Auch wenn es bei der Butter Preissteigerungen gibt, sind dennoch Realismus und Fairness angesagt“, betonte gestern der oö. Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Reisecker. Er weist darauf hin, dass der Preisanstieg von einem sehr niedrigen Niveau ausgegangen sei und sich für einen Konsumenten aufgrund der derzeitigen Preislage gegenüber dem Vorjahr Mehrkosten von lediglich 10 Euro pro Jahr ergeben würden. Dennoch ist die Bauernschaft aufgrund der aktuellen Entwicklungen in den Butterregalen besorgt: „Es ist jetzt Fairness des Handels einzufordern. Von dieser Seite darf keine übertriebene Panikmache betrieben werden!“, appelliert Reisecker. Seine Befürchtung: kaufen die Haushalte jetzt aus Sorge mehr Butter als benötigt, könnte der Absatzmarkt in absehbarer Zeit gleich wieder einbrechen. Die Bauernvertreter wittern hinter jüngsten Warnungen des Handels vor Versorgungsengpässen „Versuche, die Verarbeiter unter Druck zu setzen und den Absatz anzukurbeln.“

Führende Handelskonzerne versuchten gestern wieder zu beruhigen, nachdem Billa mit Aushängen an den Vitrinen vor Lieferengpässen gewarnt hatte. Gestern hieß es dazu vom Mutterkonzern Rewe: „Es wird nicht zu dem Fall kommen, dass gar keine Butter verfügbar ist.“ Auch bei Spar war man bemüht, wieder Druck aus dem Butterfass zu lassen: es gebe zwar Lieferschwierigkeiten seitens der Molkereien, derzeit sei in den Regalen aber „noch alles da.“ Fallweise könnten aber in Zukunft „manche Marken manchmal nicht da sein.“