Joe Jackson: Fool (Edel)

Sänger, Songwriter und Pianist Joe Jackson macht wieder richtig tolle Popmusik, die an seine Großtaten der 70er und 80er Jahre anknüpft. Das neue Album „Fool“ präsentiert einen Musiker, der juvenile Frische und gediegene Reife kongenial verbindet. 40 Jahre nach seinem Start, mit dem nunmehr 20. Studioalbum, hat sich der 64-Jährige viel vorgenommen.

Und er liefert umgehend. Der Opener „Big Black Cloud“, mit mächtigen Piano-Riffs, eingängiger Melodie und mitreißendem Refrain, ist ein Start nach Maß. „No luck no money no sex no fun“ singt Jackson da mit immer noch aufmüpfiger Stimme, und obwohl diese Zeile aus dem Punk-Handbuch der 70er entnommen sein könnte, zieht der Song den Hörer nicht herunter. Das anschließende „Fabulously Absolute“ mit einer schrillen Keyboard-Fanfare ist der nächste Volltreffer.

Für „Dave“ wendet sich Jackson dem für ihn so typischen perlenden Piano-Pop zu und erinnert an große britische Vorbilder wie The Kinks oder Small Faces. „Strange Land“ berührt als majestätische Klavierballade, „Friend Better“ groovt so lässig wie in seligen Britpop-Zeiten der Sixties, das orchestrale „Alchemy“ ist einer der stärksten Jackson-Songs seit dem Welthit „Steppin’ Out“. Überhaupt ist „Fool“ wohl eine der vielseitigsten Platten in dieser langen, gewundenen Karriere — wie eine Best-of-Sammlung mit lauter neuen Stücken.