„Jössas, kannst dich erinnern?“

Peter Rapps Comeback im Fernsehen: „Als wäre es gestern gewesen“ am Samstagabend auf ORF 2

ORF-Moderator Peter Rapp blickt zurück.
ORF-Moderator Peter Rapp blickt zurück. © APA/Neubauer

Kultmoderator Peter Rapp (76) begibt sich für eine Highlight-Sendung aus 50 Jahren ORF-Unterhaltungsgeschichte nun wieder vor die Kamera.

Im Interview verrät er, dass Lust auf mehr durchaus vorhanden wäre und warum er ohne Nostalgie auf seine mehr als 5500 Sendungen zurückblicken kann.

Was dürfen Zuseher erwarten?

PETER RAPP: Es ist eine Nostalgiesendung bestehend aus 50 Jahren Unterhaltung. „Archivjäger“ Johannes Hoppe und ich haben uns gedacht, wir überraschen die Zuschauer. Wir haben versucht, ein bisschen Zeitgeist modern arrangiert einzufangen. Zu sehen ist Lustiges, Kurioses oder auch Dinge, die einfach Geschichte sind. Mich gibt es schon länger beim ORF als wir zurückblicken, fast 60 Jahre.

Wird es nur Beiträge zu sehen geben, in denen Sie auftauchen?

Nein, aber Bezug habe ich zu allen. Ich bin Protagonist, Kandidat oder Zeitzeuge. Es ist wie in einem Pingpong-Match zwischen mir und Johannes Hoppe. Manche Sachen zieht er aus dem Archiv heraus und fragt mich, ob ich mich erinnern kann und ob wir das zeigen sollen, und manchmal rufe ich ihn an, wenn ich beim Spazierengehen mit meinem Hund eine Idee habe. Bis jetzt hat er fast alles gefunden. Ich könnte es ohne ihn nicht. Man muss nämlich wissen, wo man sucht und wie man sucht.

Nach welchen Kriterien wird das Archivmaterial für die Sendung durchsucht?

Was wir wollten und was wir machen, ist programmiertes Chaos. Es macht einfach Riesenspaß, diese Dinge auszugraben und wieder zu sehen. Und wenn wir das nur ein bisschen an die Zuschauer vermitteln können, dann kann nicht mehr viel schief gehen.

Wen will man primär damit ansprechen?

Die Sendung wird alle Generationen ansprechen. Die Jungen werden sich darüber amüsieren, wie das damals war, wie man Fernsehen gemacht hat, was für Haarschnitte oder Kleidung die Leute gehabt haben. Und die Älteren werden sagen: „Jössas, kannst dich erinnern?“

Worin liegt der Reiz für Sie, in die Vergangenheit zu blicken?

Es ist einfach schade, wenn die Dinge verloren gehen. Es sind ja lustige Sequenzen dabei. Das aus 50 Jahren herausziehen zu dürfen und ein Format zu haben, in dem man das zeigen darf, darin liegt der Reiz. Und natürlich auch in der Zusammenarbeit mit Johannes Hoppe. Wir haben schon ein paar Mal miteinander gearbeitet, die Chemie stimmt.

Das klingt ganz danach, als hätten Sie Lust, die Sendung weiterzuführen.

Das wäre durchaus möglich, dass ich Lust auf mehr habe. Ich lasse es auf mich zukommen. Ich mache keine Versprechungen. Material und Ideen gibt es jedenfalls genug.

Es kann nichts Ihnen Unangenehmes aus dem Archiv auftauchen?

Nein. Einmal gab es aber eine lustige Geschichte. In der Sendung „Jubel, Trubel, Heiterkeit“ wurde einen Tag live vom Küniglberg gesendet. Ich hätte als nächstes den Sänger Harry Belafonte ansagen sollen, der schon im Studio bereitstand. Mein Assistent hat mir aber gesagt, ich hätte Zeit und ich ging deshalb aufs Klo. Drinnen höre ich die Regie über Lautsprecher: „Herr Rapp, bitte, Herr Rapp, bitte!“Der ist dort lange gestanden, bis ich ihn angesagt habe. Aber selbst über das habe ich mich nicht aufgeregt.

Sie haben sich letztes Jahr zu Ihrem 75. Geburtstag als nicht nostalgisch bezeichnet.

Damit meine ich, ich hänge nicht der Vergangenheit nach. Was nicht heißt, das ich nicht gerne Geschichten von damals erzähle. Es ist aber nicht so, dass ich in der Vergangenheit lebe. Ich lebe in der Gegenwart, das zahlt sich aus. Es gibt Leute, die tragen einen Rucksack mit immer mehr an Ärger herum, bis sie nicht mehr gehen können. So etwas habe ich nicht.

Haben Sie weitere Angebote oder winkt bald ein ununterbrochener Ruhestand?

Brauche ich nicht und will ich auch nicht. Ich bin im Ruhestand. Ich mache jetzt aus reinem Vergnügen zusammen mit Johannes Hoppe für ORF 2 eine Archivsendung. Wobei ich eigentlich das Archiv bin. Ich muss nicht weiterdenken. Ich kann mir nicht den Kopf zerbrechen über das, was noch kommt. Solange mein Hund gesund ist, weiß ich, wo ich spazieren gehe.

Mit PETER RAPP sprach Lukas Wodicka

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