John Adams: Must the devil have all the good tunes?

Viel Aufsehen erregt das neueste virtuose Stück des amerikanischen Komponisten John Adams (73) für Klavier Solo und Sinfonieorchester, dessen Weltersteinspielung sich Deutsche Grammophon vorbehalten hatte. Eine Sensation, schon vom Titel her: „Must the devil have all the good tunes?“

Damit ist der Teufel mit allen seinen Tricks angesprochen, was in den drei Sätzen plus einem sequenzartigen Finale, benannt „China Tore“, klanglich treffend ausgedrückt ist. Eigentlich nicht überraschend für Adams, den ein Zeitungsartikel zu einem dramaturgisch fesselnden Totentanz im amerikanischen Stil suggerierte, mit allen rhythmischen, ständig wechselnden Extremen. Das beharrliche ostinate harmonische Muster ist ihm zu wenig.

Da besucht er die Romantik, findet poetische Momente, klassische Formulierungen, aber seine Verschmelzungen sind genial und führen zu einem einzigartigen Kontrastreichtum. Der venezolanische Dirigent Gustavo Dudamel (39) hat schon gewusst, wer Adams Musik gestalterisch gültig wiedergeben kann, nämlich seine Los Angeles Philharmonic und die Starpianistin Yuja Wang, die die wilden Modulationsübergänge in ihrem hautengen Mini-Lederkleid nur scheinbar als eine beruhigende Show abfeuert.

Dennoch trifft sie den Nerv des Zuhörers mit einem Werk, das vielleicht verstört macht, aber genauso faszinieren kann. Bequem lässt sich das Werk nicht anhören, es ist anstrengend.

Hörprobe:

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