John Grisham: Das Bekenntnis

An einem Morgen im Jahr 1946 fährt Pete Banning, ein angesehener Farmer im Süden der USA, in die nahe Kleinstadt und erschießt den Pastor. Dann fährt er, als ob nichts passiert wäre, wieder auf seine Farm.

Niemand kann glauben, dass der als Kriegsheld hoch angesehene Banning scheinbar ohne Motiv den Geistlichen erschossen hat. Aber es gibt einen Zeugen, der Banning mit der Waffe in der Hand aus dem Büro des Toten kommen sah, und der Farmer weigert sich beharrlich, etwas zu erklären.

Natürlich kommt es zum Mordprozess, und hier reiht sich „Das Bekenntnis“ von Grisham in die Tradition seiner Justizromane ein. Und Grisham zeigt eine Welt, in der 1946 Recht und Gerechtigkeit viel damit zu tun haben, wer man ist. Die Anwälte versuchen, die andere Seite auszustechen und die Interessen ihrer Mandanten gegen alle Widerstände durchzusetzen.

Nach einigem Hin und Her gibt es ein Urteil. Grisham erzählt auch von Bannings schlimmen Erlebnissen während des Zweiten Weltkriegs sowie von den Folgen des Urteils für Bannings Familie. Der Bestsellerautor vertraut auf bewährte Erzähltradition und ergänzt diese um eine gesellschaftliche Analyse. Nicht alles am Roman ist gelungen. Das Buch ist viel zu lang, die Spannung lässt zwischendurch immer wieder nach. Erst ganz am Schluss wird das Rätsel um den Grund für den Mord gelöst. Der Weg zur Lösung bringt interessante Einsichten in die Gesellschaft des amerikanischen Südens.

John Grisham: Das Bekenntnis. Heyne Verlag, 592 Seiten, 24,70 Euro

Wie ist Ihre Meinung?