Jonathan Lee: Der große Fehler

An einer abgelegenen Stelle im Central Park steht eine Bank aus Marmor, die an den „Vater von Greater New York“ und Planer der Grünanlage im Zentrum Manhattans erinnert. Ohne ihn gäbe es auch kein Metropolitan Museum of Art und keine New York Public Library.

Andrew Haswell Green, 1903 ermordet, ist allerdings in Vergessenheit geraten. Der Brite Jonathan Lee setzte ihm nun mit seinem biografischen Roman „Der große Fehler“ ein wunderbares literarisches Denkmal.

Lees Buch ist kein trockener Lebenslauf eines Stadtplaners, sondern eine präzise recherchierte und mit viel Einfühlungsvermögen und stilistischer Qualität verfasste Geschichte. Sie hat alle Zutaten, um ein breites Publikum anzusprechen: einen Kriminalfall, illustre Persönlichkeiten und ein spannendes Setting. Letztlich dreht sich „Der große Fehler“ auch um unterdrückte Gefühle.

Der Autor beschreibt jene Abschnitte im Leben Greens, über die es Aufzeichnungen gibt. Dabei versetzt er sich auf brillante Weise in seinen Protagonisten, der es vom Lehrbuben in einem Lebensmittelgeschäft zum Anwalt und schließlich zu jenem Mann gebracht hat, der den Zusammenschluss von Manhattan mit Brooklyn durchsetzte, das moderne New York erschaffen hat. Lee bringt die Zweifel, die Ängste und die Sehnsüchte Greens dem Leser fühlbar nahe. Daneben erschafft er ein Panoptikum an Menschen jener Zeit.

Jonathan Lee: Der große Fehler. Diogenes Verlag, 368 Seiten, € 25,95

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