Joseph Haydn – Chiaroscuro Quartet: Streichquartette Op.76, Nr. 4-6

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Als ein Trostpflaster in der Pandemiezeit setzt das in London beheimatete Chiaroscuro Quartett sein Haydn-Spiel fort und hat mit Vol. 2 die Streichquartette Nr. 4-6 auf einer Audio-CD eingespielt.

Wieder mit einem wunderbaren Erfolg, denn bei allen Vergleichen mit Kammermusikensembles auf historischen Instrumenten hat sich dieses Quartett einen einzigartigen Sound erarbeitet, der mit seiner Namensgebung zusammenhängt. Nämlich die kontrastreiche Klangbildung von Haydns Musik nach dem barocken Malstil – hell-dunkel – vor dunklen Hintergrundfarben, die eine verstärkte Ausdruckssteigerung ermöglicht.

Als gelte es eine missionarische Aufgabe zu erfüllen, musizieren aus vier Nationen stammend Alina Ibragimova & Pablo Hermán Benedi (Violinen), Emilie Hörnlund (Viola) und Claire Thiron (Violoncello) seit 2005 gemeinsam auf höchster Stufe der Quartettkunst.

Gleich im Opus 76 Nr. 4 B-Dur, dem sogenannten „Sonnenaufgangsquartett“, heißt es die Entdeckung des Naturvorganges intensiv zu erleben, wenn im Kopfsatz aus weitschwingenden Klangflächen eine Geigenmelodie sich zu einem großen Fortissimo steigert.

Sehr romantisch gebärdet sich dieses Licht-Crescendo analog der berühmten Stelle am Anfang der „Schöpfung“, an der der 65-jährige Haydn eben 1797 arbeitete. Dass in allen drei Quartetten der milde Klang etwa eines Gambenconsorts jeweils in Dur gestimmt vorherrscht, verrät eine umwerfende Frische des bereits im Streichquartettgenre auf der Höhe seines Schaffens angelangten Meisters.

Hörprobe:

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