Jubelrufe zum Start der Stiftskonzerte

Spanische Klänge und stampfender Marschschritt in St. Florian

Landeshauptmann Thomas Stelzer (r) mit (v. l.) Rico Gulda, Domingo Hindoyan und Rafael Aguirre.
Landeshauptmann Thomas Stelzer (r) mit (v. l.) Rico Gulda, Domingo Hindoyan und Rafael Aguirre. © OÖS/Alfred Atteneder

Der Reigen der oberösterreichischen Stiftskonzerte ist eröffnet und diese Sommerfestspiele gehen bereits in die 46. Runde einer erfolgreichen Kulturgeschichte ein. Auch wenn der geplante Dirigent und sogar der Sologitarrist Absagen erteilen mussten, wusste Intendant Rico Gulda sofort zwei großartigen Einspringer: Domingo Hindoyan ist ein 39-jähriger Dirigent aus Caracas und international ein höchst angesehener Pultstar in London, Zürich, Dresden und Berlin, zuletzt erwarb er in Graz großes Ansehen.

Er kam für die Eröffnung der Stiftskonzerte 2019 durch Landeshauptmann Thomas Stelzer nach St. Florian zum Brucknerorchester.

Harmonische Unterhaltungsmusik

Es gelang Hindoyan mit Sergej Prokofjews Sinfonie Nr. 1 D-Dur op.25, die mit den beiden Tanzsätzen feine harmonische Unterhaltungsmusik und in den beiden Ecksätzen genial passende Festmusik bietet, ein schwungvoller Beginn. Der zweite „Einspringergast“ war Rafael Aguirre. Der 27-jährige umjubelter Virtuose aus dem südspanischen Malaga übernahm auch das vorgesehene Programm: „Concierto de Aranjuez“, Konzert für Gitarre und Orchester von Joaquin Rodrigo (1901-1999). Und sofort erfüllte flirrend spanische Folklore den Marmorsaal und wechselte mit eleganten andalusischen Melodien im Wechselspiel mit Englischhorn — eine stimmungsvolle, sogar in der Filmbranche berühmt gewordene Komposition. Kein Wunder, dass sich das Konzertpublikum mit Jubelrufen bedankte und den Solisten erst nach zwei spanischen Bravourstücken in die Pause entließ.

Für die Sinfonie Nr. 7 in A-Dur op. 92 von Ludwig v. Beethoven gab es als „Apotheose des Tanzes“ — so von Richard Wagner bezeichnet — gemischte Tendenzen der Interpretation in dem von halliger Akustik geplagten Marmorsaal. Nach den spannungsgeladenen, wuchtig überbordenden Akkordschlägen gab es auch die elegant pulsierende Bewegung der Holz- und Blechbläsertruppe im lyrischen Mittelsatz. Bis endlich ein ausgelassenes Scherzo zur sprühenden Lebensfreude wurde und wieder im dahinströmenden Trio majestätische Ruhe erzeugte. Der Schluss mit stampfendem Marschschritt bis zum stürmisch entfesselten Galopp gab nochmals eine wirkungsvolle Steigerung mit festlichem Glanz.

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