Jubelstimmung im Saal und auf der Bühne

Linzer Konzertverein feierte sein 100-jähriges Bestehen mit einem Großkonzert

Dirigent Marc Reibel
Dirigent Marc Reibel © grox

Gesteckt voll war das Brucknerhaus am Mittwoch zum Jubiläumskonzert des Linzer Konzertvereines. Allein schon ein Beweis, welche Beliebtheit und Wertschätzung diese älteste Institution der Kulturlandschaft in Linz genießt, die den Charakter eines vereinsmäßig aktiven Klangkörpers auf privater Basis längst überholte.

Es hieß, nicht immer rosige Zeiten zu überstehen, allein durch die Kriegsereignisse, aber gerade materielle Sorgen und Verzicht auf manche Annehmlichkeiten des Lebens führten musiktalentierte Menschen zusammen, um ihre Freizeit dem gemeinsamen Musizieren zu widmen und mit Enthusiasmus das Weiterwirken des Vereins als eine Schule des Lebens zu ermöglichen.

Aus der einstigen „Tonzunft“ ist 1925 der Name „Linzer Konzertverein“ entstanden und 1947 ging das erste Vereinskonzert nach der NS-Zeit über die öffentliche Bühne.

Klug ausgewähltes Jubiläumsprogramm

Genau diese Verdienste würdigten eingangs die Grußworte von Stadträtin Regina Fechter und LH a.D. Josef Pühringer (mit gewohnt flammender Rede, wenn es um das Thema Musik als seine Herzenssache geht).

Das klug ausgewählte Jubiläumsprogramm verantwortete gemeinsam mit dem Vorstand der jetzige Präsident Johann Lißberger, was bei dem Repertoireumfang des Orchesters nicht leicht gewesen sein dürfte. Die Wahl der „Wiener Philharmoniker Fanfare“ von Richard Strauss und die „Akademische Festouvertüre“ op.80 von Johannes Brahms überzeugten gleich von der derzeitigen Qualität des Orchesters bei den Bläsern und auch den mit erfreulich viel Jugend besetzten Streichern. Bestimmt hat Marc Reibels theaterkapellmeisterliche Pultführung den Erfolg des Abends gesichert.

Die viel zu selten aufgeführte Altrhapsodie von Brahms, von Isabell Czarnecki mit sauberen Oktavsprüngen, einer klaren Diktion und Gespür für den Goethe-Text gesungen, vom Klangteppich des Männerchores getragen, führte dann weiter zu Chorwerken, durch die das Massenaufgebot an weit die Hundertschaft übertreffende Sängerschar zu einer Hauptattraktion des Abends aufrückten. Die dabei unglaublich homogen funktionierenden Leistungen lobten ihre einstudierenden Chormeister, voran Alexander Koller für seine Löwenarbeit (Linzer Singakademie und Hard-Chor), Josef Habringer (Collegium Vocale Linz) und Stefan Kaltenböck (Studierende des Musikgymnasiums).

Mit besonderer Hingabe wurden das der Kaiserin Marie Therese gewidmete „Te Deum“ von Joseph Haydn und zum Finale Beethovens Klavierfantasie, genannt die „kleine Neunte“, mit dem Solisten Clemens Zeilinger und einem professionell erprobten Quintett zum hymnischen Schluss des Festkonzertes geführt. Die Jubelstimmung des Publikums mündete in einen lautstarken Jubel für die Zentenarfeier des Linzer Konzertvereines.

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