Haft für drei Schläger nach Polizeiautobrand in Linz

Sieben Monate teilbedingte bzw. sechs Monate bedingte Haft wegen Körperverletzung und Nötigung haben drei Jugendliche ausgefasst, die zwei Kumpanen zusammengeschlagen haben, die den Brandanschlag auf ein Polizeiauto in Linz-Ebelsberg im November vergangenen Jahres verübt haben sollen. Die drei legten in der Verhandlung am Landesgericht Linz ein Geständnis ab. Mit ihrer Tat wollten sie die beiden anderen Jugendlichen zum Schweigen bringen.

Die beiden 16-jährigen Österreicher und der 14-Jährige russische Staatsbürger hatten jene beiden Jugendlichen, die das Polizeiauto in Brand gesteckt haben sollen, am 27. November in einer Straßenbahnunterführung an eine Wand gedrängt und durch Faustschläge und Tritte am Körper verletzt, führte die Richterin aus dem Vernehmungsprotokoll der Polizei aus. Einer der 16-Jährigen hat ein Video des Vorfalls angefertigt und soll auch die Drohung ausgesprochen haben, dass sie wieder verprügelt würden, sollten sie die Namen der „Ebelsberger Leute“ nennen. Tatsächlich zugeschlagen haben der zweite 16-Jährige sowie der 14-Jährige, der von seiner Verteidigerin als „letztes Glied in der Kette“ bezeichnet wurde und im Gegensatz zu den beiden anderen schon bei der ersten Befragung durch die Polizei ein Geständnis abgelegt hatte.

Auf die Frage der Richterin, warum es zu der Attacke gekommen sei, meinte der 16-Jährige, der den beiden Brandstiftern gedroht hat: „Ich wollte nicht, dass meine Freunde wie ich hier sitzen.“ Er möchte die Strafe auf sich nehmen, aber „nicht irgendwelche Leute mit hineinziehen“. Der 14-Jährige meinte lapidar: „Wir haben die halt geschlagen“, mit der Nötigung habe er aber nichts zu tun gehabt.

Ungereimtheiten kamen im Prozess insofern zutage, als der 16-jährige Schläger ursprünglich gegenüber der Jugendgerichtshilfe behauptet hatte, dass aus einem ganz anderen Grund die Fäuste geflogen seien: Er habe ein privates Problem mit einem der beiden Verprügelten gehabt, da dieser ein Mädchen geschlagen habe und der 16-Jährige dabei an seine kleine Schwester habe denken müssen. Heute wisse er nicht mehr, warum er dies damals gesagt habe. Bezogen auf die Tat ergänzte er: „Ich bereue es sicher“. Und: „Ich habe nicht nachgedacht, ich habe gedacht, die zwei sind so eingeschüchtert, dass sie mich eh nicht verraten.“

„Jemanden zusammenschlagen, damit er bei der Polizei nichts sagt, das ist derart viel kriminelle Energie, dass es einem schaudert“, zeigte sich die Richterin bei der Erläuterung der Strafe betroffen. Sie hoffe daher, dass die abgesessene Untersuchungshaft Wirkung zeige. Als strafmildernd für das rechtskräftige Urteil wertete sie das Geständnis der Angeklagten sowie deren Unbescholtenheit und dass es teilweise beim Versuch geblieben sei.

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Mit der rund einmonatigen Untersuchungshaft haben die beiden älteren bereits den unbedingten Teil ihrer Strafe abgesessen. Die sechs Monate bedinge Haft sind für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt, selbiges gilt für die sechs Monate des 14-Jährigen. Zusätzlich müssen sie 297 Euro für eine neue Brille sowie ein Schmerzensgeld von 500 Euro für eines der Opfer bezahlen.

Die Straftat steht in Zusammenhang mit jener, bei der am 14. November im Linzer Stadtteil Ebelsberg ein Polizeiauto in Flammen aufgegangen war, während die Beamten die Einhaltung der Corona-Regeln kontrollierten. Zwei 16-Jährige und ein 20-Jähriger wurden als unmittelbare Täter ausgeforscht. Kurz vor Weihnachten wurde auch der Rädelsführer der Bande verhaftet. Er wollte anscheinend aus Unzufriedenheit mit den Corona-Maßnahmen in der Silvesternacht mit einem Molotowcocktail einen Anschlag auf die Polizeiinspektion Linz-Ebelsberg verüben. Der Kopf der Bande sowie die mutmaßlichen Brandstifter kommen gesondert vor Gericht.

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