Jugendlichen mit Waffengewalt zehn Cent geraubt: Freispruch

Gericht kam zur Auffassung, dass 18-Jährigem Schuld wegen widersprüchlichen Opfer-Angaben nicht nachweisbar war

LINZ — Ein 18-Jähriger ist am Dienstag am Landesgericht Linz rechtskräftig vom Vorwurf freigesprochen worden, drei Jugendliche am 28. März mit vorgehaltener Pistole ausgeraubt zu haben. Die Beute betrug nur zehn Cent, die Strafandrohung hingegen siebeneinhalb Jahre Haft. Das Gericht kam aber zur Auffassung, dass „die Schuld nicht nachweisbar“ sei – nicht zuletzt wegen der widersprüchlichen Aussagen der Opfer.

Die drei Burschen im Alter von 14 und 15 Jahren verwickelten sich in ihren Aussagen in Widersprüche untereinander bzw. zu ihren Angaben bei der Polizei. Die Zeitangaben etwa divergierten um fünf bis sechs Stunden. Auch die Frage, ob der Täter hochdeutsch oder Dialekt gesprochen hatte, wurde unterschiedlich beantwortet – der Tschetschene sprach vor Gericht Hochdeutsch. Allerdings wollten zwei Burschen den Angeklagten bei der Polizei bzw. alle drei im Gerichtssaal wiedererkannt haben.

Zeugen zurechtgewiesen

Schließlich wies Richter Walter Eichinger einen Zeugen nachdrücklich darauf hin, dass seine Aussagen für den Angeklagten massive Konsequenzen haben könnten: „Ihm drohen siebeneinhalb Jahre Häfen“, da könne man nicht einfach „irgendetwas“ erzählen.

Die Aussagen der Angehörigen und Kollegen des Lehrlings stimmten untereinander und mit jenen des 18-Jährigen überein. Eine Waffe wurde bei dem Burschen nicht gefunden. Der Tschetschene sagte: „Ich lebe seit über 15 Jahren hier und habe meine Zukunft aufgebaut“, das würde er nicht für zehn Cent aufs Spiel setzen. Der Verteidiger ging von einer Verwechslung aus, das Jugendschöffengericht sah das ähnlich.