Jumbo-Jet-Flüge in der Garage

Gekonnter Anflug auf den Flughafen Innsbruck: Das Cockpit sieht nicht nur echt aus, es ist auch echt. Der Ausblick sieht ebenfalls echt aus, ist allerdings nur virtuell.
Gekonnter Anflug auf den Flughafen Innsbruck: Das Cockpit sieht nicht nur echt aus, es ist auch echt. Der Ausblick sieht ebenfalls echt aus, ist allerdings nur virtuell. © Röbl

Wer schon immer einmal einen Jumbo-Jet steuern wollte, aber gerade keine Zeit für die dringend empfohlene mehrjährige Ausbildung erübrigen kann, sollte sich eventuell in Alkoven (Bezirk Eferding) umsehen.

In einer eher unscheinbaren Garage am Ortsrand werden Hobby-Piloten-Träume wahr. Verantwortlich dafür sind Marko Aigelsperger und Eric Pürstinger. Die beiden Service-Techniker sind nicht nur Nachbarn, sondern gehen auch gerne in die Luft. Vor allem virtuell.

Möglich macht dies ein Flugsimulator, den sie in jahrelanger, akribischer Fein- und Bastelarbeit gebaut haben. Das Wort „detailverliebt“ scheint für das Ergebnis geradezu erfunden worden zu sein. Sogar erfahrene Piloten sind schon ins Staunen geraten.

Eric Pürstinger (r.) und Mario Aigelsperger lassen in ihrer Garage in Alkoven Hobbypiloten-Träume wahr werden.
Eric Pürstinger (r.) und Mario Aigelsperger lassen in ihrer Garage in Alkoven Hobbypiloten-Träume wahr werden. ©Röbl

Man darf sich den Simulator in etwa so vorstellen: Ein Original-Cockpit einer Boeing 737 ist vor einer breiten 180-Grad-Panorama-Leinwand montiert, auf die sehr realistisch wirkende Landschaften projiziert werden.

Der Simulator trägt den Namen nicht von ungefähr. Er täuscht die Wirklichkeit so echt vor, dass sich ein analoges Kribbeln im Magen kaum vermeiden lässt, wenn man am Steuer Platz nimmt und den Vogel zum virtuellen Leben erweckt.

Flug-Atmosphäre schon vor dem Start

Die Flug-Atmosphäre beginnt bereits vor dem Start. Abflughalle, Check-In und Boarding – alles sehr professionell! Für die Boeing 737 hat man sich entschieden, weil man es „aktiv fliegen kann, und nicht nur den Autopiloten bedienen kann“, wie Pürstinger erläutert.

Er weist als erfahrener Copilot den angehenden Herrn der Lüfte in das Flugzeug ein. Keine leichte Aufgabe: An die 100 Knöpfe, Regler, Schalter, dazu Hebel und Steuerrad lassen einen leichten Anflug von massiver Überforderung aufkommen. Aber kein Problem: Geduldig erläutert der „Flight-Instructor“ die jeweiligen Funktionen.

Als Flug wählen wir die Strecke von Linz nach Innsbruck. Die Wetterdaten werden aus Hörsching eingespielt, entsprechen also den tatsächlichen Bedingungen. Das Hochfahren der Triebwerke sorgt auch beim nicht ganz unentspannten Flugkapitän für ein spürbares Hochfahren der Adrenalin-Werte.

Dank Umsicht und Unterstützung des Copiloten gelingt es auch dem Neuling am Steuerknüppel, den riesigen Vogel auf die Startbahn zu manövrieren.

„Voller Schub“ wird zum Erlebnis

Kurz darauf erhalten wir auch schon das „Ready for Take Off“ vom Tower. Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Wir geben vollen Schub! Ein wahres Erlebnis! Der Flughafen scheint förmlich vorbei zu fliegen. Das Gefühl am Steuersitz lässt sich nur mit einem Wort beschreiben – es beginnt mit G und hört mit eil auf.

Erst recht, als der Flieger tatsächlich abhebt. Kurz darauf drehen wir schon eine Schleife über die Landeshauptstadt. Der Ausblick aus der Vogelperspektive ist fantastisch: Voest, Donau, Pöstlingberg – alles da, wie in echt! Nur leider bleibt kaum eine Zeit, das zu genießen. Die Maschine auf Kurs zu halten erfordert volle Konzentration.

35 Minuten dauert der Flug in die Tiroler Landeshauptstadt. Die Zeit vergeht buchstäblich wie im Flug. Zur Landung selber nur so viel: „Butterweich“ wäre etwas übertrieben. Beim nächsten Mal wird es hoffentlich besser klappen. Denn eins ist klar. Das war mit Sicherheit nicht unser letzter Flug!

Wer selber einmal in die Luft gehen will oder ein originelles Geschenk für den Vatertag sucht: Auf der Homepage www.synthetic737.at findet er viele Angebote.

Von Andreas Röbl

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