Junges Duo auf Klangsuche gegen das Coronavirus

Begeisterung für Laurens Weinhold aus Norwegen und Philipp Scheucher bei den Brucknertagen

Insgesamt konnte das Duo mit seinem Sonatenzyklus durchaus überzeugen. Das Publikum forderte eine Zugabe.
Insgesamt konnte das Duo mit seinem Sonatenzyklus durchaus überzeugen. Das Publikum forderte eine Zugabe. © Anna Pfisterer

Anlässlich der Brucknertage in St. Florian, die einen fixen Platz im Festivalkalender haben, gaben Laurens Weinhold (Violine) und Philipp Scheucher (Klavier) am Montag einen Duoabend.

Die zwei aufstrebenden, in Wien ausgebildeten Künstler sind bereits viel beachtete Solisten. Für ihren gut besuchten Abend wählten sie ein herausforderndes Programm, beginnend mit Beethovens heikler „Kreutzer-Sonate“. Das debütierende Duo war um die gestalterisch-feinen Zwischentöne des Werkes bemüht und eroberte die Publikumsherzen im Sturm.

Anfangs jung und ungestüm

Die Bezeichnung der Sonate als „wild“ durch Matthias Giesen nahmen sie jedoch zu ernst und orientierten die Herangehensweise an der titelgleichen Leo-Tolstoi-Novelle (1889). Eine überflüssige Parallele.

Beethoven schrieb seine „Kreutzer-Sonate“ 1803 ursprünglich für den polnischen Geiger George Bridgetower und nahm die Umwidmung an den französischen Komponisten Kreutzer 1805 vor. Die Sonate gibt in der Themenverarbeitung und individuellen Stimmung manche Rätsel auf, eine gültige Deutung ist schwer. Das Publikum konnte das Konzert dennoch uneingeschränkt genießen und Corona vergessen.

Hatte Beethoven in seinem heurigen Jubiläumsjahr den Vorrang im Konzert, so fiel der Beitrag Bruckners mit seinen „Abendklängen“ in e-moll mager aus.

Sein Zeitgenosse Schubert bildete mit seiner Fantasie für Violine und Klavier C-Dur D 934 den letzten Programmpunkt und führte das klassische Formkonzept Beethovens weiter zu einem vereinten Sonatenzyklus der vier Sätze. Erst nach einer Zugabe ließ das begeisterte Publikum Weinhold und Scheucher ziehen.

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