Juve feiert auch unter Sarri weiter: Neunter Titel in Folge

Juventus Turin ist zum neunten Mal in Serie italienischer Meister. “Das ist der schönste Titel, weil es der schwierigste war”, sagte Kapitän Leonardo Bonucci nach dem 2:0 im Heimspiel gegen Sampdoria Genua. Für ihren 36. Scudetto, der zwei Runden vor Saisonende fixiert wurde, musste die “Alte Dame” vor allem mit sich selbst fertig werden.

Juventus agierte vor der Corona-Pause fragil, setzte sich in einer speziellen Saison im Coronajahr 2020 aber doch wieder die Krone auf. Weil Juve immer gewinnt, wenn es zählt. Der Weg dorthin war schon einmal glorreicher. “Die beste Mannschaft war nur weniger schlecht als die anderen”, schrieb die Tageszeitung “La Repubblica” zuletzt.

Letztlich aber triumphierte Juventus selbst im ersten Jahr unter dem anspruchsvollen Trainer Maurizio Sarri. “Wir hatten mit der Interpretation der Trainervorgaben manchmal so unsere Probleme”, räumte Bonucci in der Stunde des Erfolgs ein. Sarri (61), bekannt für seine Liebe zum taktischen Detail und einen Fußballansatz, der nicht unbedingt dem pragmatischen von Juventus der vergangenen Jahre entspricht, holte nach vergeblichen Anläufen mit dem SSC Napoli seinen ersten Scudetto.

Juventus in der Coronasaison 2019/20 ist auch eine Geschichte des sich miteinander Arrangierens. Der Trainer sah ein, dass gewohnte Muster schwer zu überschreiben sind. Und dass die individuelle Qualität seiner Superstars, wie Cristiano Ronaldo in Kombination mit Paulo Dybala, letztlich titelentscheidend sind. “Manchmal schafft Ronaldo ein kleines Problem, weil man einen Champion im Team hat und alles um ihn herum aufgebaut werden muss. Gleichzeitig aber löst er auch 100 dieser Probleme”, sagte Sarri nach dem 2:1 gegen Parma. Ronaldo hatte zuvor beide Treffer erzielt.

Für den mittlerweile 35-jährigen Ronaldo ist es schon der siebente Meistertitel seiner Karriere und der dritte Titel in Italien nach der Meisterschaft und dem Superpokalsieg vergangene Saison. Beim Feiern in der Kabine jubelte der Portugiese wie alle seine Mitspieler und strahlte in die Kamera. Hundertprozentig zufrieden war der Perfektionist am Sonntag aber wohl nicht. Zwar hatte er direkten Anteil am 2:0, als sein abgewehrter Schuss zur Vorlage für Federico Bernardeschi (67.) wurde – aber er verschoss in der 89. Minute auch einen Foulelfmeter und verpasste damit eine sehr gute Gelegenheit auf Saisontor Nummer 32.

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31 Tore in 32 Spielen reichen in der Torjägerliste derzeit nur zu Rang zwei hinter Lazio-Goalgetter Ciro Immobile, der nach einem Triplepack inzwischen auf 34 Treffer kommt. Im Verlauf seiner Karriere als Profi war Ronaldo 19 Mal schon der beste Torschütze eines Wettbewerbs, von der Champions League über die Ligen in England und Spanien oder der EM – in der Serie A klappt es aber womöglich auch im zweiten Anlauf nicht. In der vergangenen Saison reichte es nach dem Wechsel von Real Madrid zu Juve für Rang vier mit 21 Toren.

Am Mittwoch gegen Cagliari und zum Abschluss gegen AS Roma hat Ronaldo noch zwei Partien, um Immobile vielleicht doch noch zu überholen. Ein weiteres Tor würde bereits reichen, um einen uralten Vereinsrekord einzustellen. Seit der Saison 1934/35 kam kein Juve-Profi mehr auf 32 Tore in Italiens erster Liga wie einst Felice Borel.

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