Kälte stresst die Haut

Schon Temperaturen um die acht Grad Plus bedeuten Stress für die Haut. Haut-Primar Werner Saxinger vom Klinikum Wels-Grieskirchen, weiß wie man am besten vorsorgt und spröden Lippen und rissigen Händen den Kampf ansagt.

Schon Temperaturen unter acht Grad Plus können die Haut stressen. Spröden Lippen und rissigen Händen beugt man am besten mit fetthaltigen Produkten vor. © Antonioguillem - stock.adobe.com

Zwar zeigt sich der Winter im Moment von seiner freundlicheren Seite, trotzdem bedeuten schon Temperaturen unter acht Grad Plus Stress für die Haut. Sinkt die Außentemperatur, reduziert sich die Produktion der Talgdrüsen.

„Somit wird auch der natürliche Fettfilm der Haut weniger. Bei geringer Luftfeuchtigkeit in beheizten Innenräumen trocknet die Haut noch schneller aus“, warnt Primar Werner Saxinger, Leiter der Abteilung für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Dermatologie und Angiologie, am Klinikum Wels-Grieskirchen.

Um dem vorzubeugen, sollte man trotz niedriger Temperaturen auf zu heißes Duschen und Baden verzichten. „Wichtig ist auch, die Haut nach dem Waschen mit rückfettenden Pflegeprodukten einzucremen. Besonders bewährt haben sich Inhaltsstoffe wie Urea, Mandel- oder Olivenöl“, erklärt Saxinger. Pflegeprodukte auf Wasserbasis sollte man dabei aber vermeiden.

„Diese können durch das Wasser in der Creme zu regelrechten Erfrierungserscheinungen führen. Greifen Sie deshalb bei kalten Temperaturen selbst bei fettiger Haut zu reichhaltigen Produkten“, empfiehlt Saxinger. Besonders Hände und Lippen neigen im Winter zu starker Trockenheit. Mit einer entsprechenden Pflege auf Fettbasis lässt sich hier vorsorgen – sie schützt die Haut vor dem Verlust von Feuchtigkeit und somit vor dem Austrocknen. „Bei stark betroffenen Händen kann die Salbe auch dick über Nacht aufgetragen werden, darüber zieht man am besten dünne Baumwollhandschuhe an. So kann sich die Haut über Nacht gut regenerieren.“ Auch die Lippen schützt man am besten mit einem Pflegeprodukt auf Basis pflanzlicher Fette.

Sonnenschutz auch im Winter nicht vergessen!

Bewegung im Freien fördert die Gesundheit der Haut. „Dabei gilt es aber nicht auf den ausreichenden Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor zu vergessen. Der Schnee reflektiert das Sonnenlicht, so erhöht sich das Risiko für Sonnenbrände“, erklärt der Dermatologe.

Sollte es in den Bergen im Extremfall zu Erfrierungen kommen, gilt es, rasch zu handeln, damit nicht dauerhafte Schäden auftreten: „Bei starker Kälte verringert sich die Blutversorgung in der Haut – gefährdet sind in hohem Maß Nase, Ohren und Wangen, aber auch Finger und Zehen. Suchen Sie einen warmen Ort auf und legen Sie die nasse Kleidung ab! Die Haut nicht direkt über einer Hitzequelle erwärmen, dadurch kann es zu Verbrennungen kommen“, rät der Experte. Bleibt eine Gefühlsstörung an den zurück oder bilden sich Blasen auf der Haut, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

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