Tigray-Kämpfer bekennen sich zu Angriffen auf Nachbarregion

Anführer aus der nordäthiopischen Region Tigray haben sich am Samstag zu Raketenangriffen auf Flughäfen in der Nachbarregion Amhara bekannt. „Gestern Abend haben wir den Militärbereichen der Flughäfen Gondar und Bahir Dar schwere Schäden zugefügt“, sagte Getachew Reda von der Volksbefreiungsfront TPLF einem regionalen Fernsehsender. Darüber hinaus drohte er mit Raketenangriffen auf Ziele im Nachbarland Eritrea und befeuerte damit die Sorge vor einer Ausweitung des Konflikts.

„Wir werden mit Raketen angreifen, um Militärbewegungen in Massawa und Asmara zu vereiteln“, sagte das hochrangige TPLF-Mitglied. Asmara ist die Hauptstadt von Eritrea, Massawa eine eritreische Hafenstadt am Roten Meer. Die TPLF wirft Eritrea vor, die äthiopische Regierung im Konflikt mit der TPLF zu unterstützen.

Die Erklärung folgte auf Vorwürfe der äthiopischen Regierung, dass Kämpfer der Volksbefreiungsfront Raketen auf die Nachbarregion Amhara abgeschossen hätten. Demnach wurden am Freitagabend von Tigray aus Raketen in Richtung der Städte Bahir Dar und Gondar abgefeuert, erklärte die Regierung in Addis Abeba am Samstag. Dabei seien die Flughäfen beider Städte beschädigt worden. Nach Angaben eines Arztes in Gondar wurden zwei Soldaten getötet und 15 verletzt.

Der Anführer der in Tigray regierenden Volksbefreiungsfront TPLF, Debretsion Gebremichael, sagte AFP zunächst, er habe keine Informationen über die angeblichen Raketenangriffe. „Jeder Flughafen, der für Angriffe auf Tigray genutzt wird“, sei jedoch ein „legitimes Ziel“.

Der militärische Konflikt zwischen den Truppen der äthiopischen Zentralregierung in Addis Abeba und den Kämpfern der TPLF war Anfang des Monats voll entbrannt. Seither flohen nach Angaben der sudanischen Flüchtlingsagentur mindestens 21.000 Äthiopier vor den Kämpfen in den benachbarten Sudan.

YT
Video
Ich möchte eingebundene Social Media Inhalte sehen. Hierbei werden personenbezogene Daten (IP-Adresse o.ä.) übertragen. Diese Einstellung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft in der Datenschutzerklärung oder unter dem Menüpunkt Cookies geändert werden.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International berichtete am Donnerstag zudem über ein Massaker an Zivilisten in Tigray mit vermutlich Hunderten Todesopfern. Die Verantwortlichen für den Angriff in der Stadt Mai-Kadra waren zunächst unbekannt.

Wie ist Ihre Meinung?