Käufer stürzte mit repariertem Rad: Pensionist verurteilt

Bedingte Geldstrafe wegen fahrlässiger Körperverletzung für 74-Jährigen

SALZBURG — Am Landesgericht Salzburg ist am Freitag ein 74-jähriger Pensionist wegen fahrlässiger Körperverletzung nicht rechtskräftig zu einer bedingten Geldstrafe von 1260 Euro verurteilt worden. Zudem muss er dem Opfer 1000 Euro Teilschmerzensgeld zahlen.

Der Mann hatte im Juli 2017 privat ein gebrauchtes Fahrrad verkauft. Der Käufer stürzte noch am Heimweg und zog sich schwere Prellungen zu. Er sah die Schuld am Unfall in einer unsachgemäß ausgeführten Reparatur am Rad.

Das Fahrrad gehörte ursprünglich dem Enkel des Angeklagten. Als dieser ein neues Mountainbike bekam, wanderte das alte in die Garage des Großvaters, der schon mehrfach als Radverkäufer auf karitativen Flohmärkten auftrat. Als sich das spätere Opfer bei ihm um ein Rad umsehen wollte, sprang ihm das Bike ins Auge. Dieses war optisch zwar einwandfrei, aber vom Angeklagten zuvor an der Federgabel repariert worden. An einem der beiden Gabelschäfte fehlte nämlich eine Abdeckschraube.

Weil das passende Ersatzteil nicht verfügbar war, half sich der Angeklagte selbst. Er füllte das Loch mit einem Stöpsel aus Holz, fixierte diesen mit Heißkleber und lackierte ihn schwarz. Ein fahrradtechnischer Gutachter entdeckte eine massive Vorschädigung an der Federgabel, die zu dem Unfall geführt haben dürfte. Die Richterin sprach den 74-Jährigen schließlich schuldig. „Sie hätten das Rad vor dem Verkauf zumindest zu einem Fachmann bringen können oder den Käufer über ihre Reparatur informieren müssen.“