Kaiserliche Klänge auf der „Königin der Instrumente“

Donaufestwochen Strudengau: Lautenmusikforscher und Virtuose Hubert Hoffmann faszinierte im Stadttheater Grein

Hubert Hoffmann im Stadttheater Grein
Hubert Hoffmann im Stadttheater Grein © privat

„Ganz spontan“ lautet das Motto der heurigen Donaufestwochen im Strudengau und bescherte unter diesem Titel einen besonders erlebnisreichen Konzertabend. Leider im ganz und gar unbequemen Stadttheater Grein, das — wie zu vernehmen war — 2021 endlich einer Renovierung unterzogen wird.

Der Spontanität galt es also zu danken, den weltweit prominenten auch in der Forschung gesuchten Lautenspezialisten Hubert Hoffmann kennenzulernen.

Als er sich an sein 13-chöriges (etwa als Saiten zu verstehen) Instrument der Marke Sebastian Schelle anschmiegte, war alles Knarren der Theatersitze wie weggewischt und machte der Bewunderung Platz, welche dynamischen Differenzierungen bis zu rauschenden Orchesterfarben aus einer Laute hervorzuzaubern sind. Sie wurde ja nicht umsonst in der Renaissance als die „Königin der Instrumente“ (längst ist es die Orgel) bezeichnet.

Vielfalt österreichischer Barockmusik

„Musik für den Kaiser“ lautete das in drei Blöcke gegliederte historische Programm und galt den drei Kaisern Leopold dem Ersten, Joseph dem Ersten und Karl dem Sechsten, nach deren Anliegen und Befindlichkeiten die Hofmusiker zu komponieren hatten. Den Mittelpunkt bildete das an Präludien reiche Schaffen des später geadelten Komponisten Matthias Sigismund Biechteler, in dessen Werke jene seiner in Bezug zum Kaiserhof in Wien stehenden Zeitgenossen Wolff Jacob Lauffensteiner, Laurent de Saint-Luc, Silvius Leopold Weiss und Johann Georg Weissenberger eingestreut waren.

Hoffmann ging es dabei um das Aufzeigen der Stilvielfalt österreichischer Barockmusik in Form einer Suite, Tocade, Ciaconna, Fantasia oder Notturno, wobei er jeweils auch fachfundierte Erläuterungen seinem Vortrag voranstellte. Die Unterschiede in den Stücken ließen sich dadurch leicht verfolgen und sie hielten eine gute Stunde lang die Spannung, ob sich die Musik aus gleicher Zeit und ihre individuellen Merkmale vom Umfang polyphoner Abwandlung, galantem Parlando, rhythmisch wechselnden Virtusenkaskaden bis zu opernhafter Dramatik bewegten. Lieder und Tänze aus der traditionsstarken Volksmusik des Vielvölkerstaates der Habsburger zu integrieren, dienten ebenfalls der kaiserlichen Huldigung.

Das faszinierende Lautenspiel Hoffmanns aus dem musikalisch besonders fruchtbaren Barock Österreichs erhielt lauten Beifall und wird unvergesslich bleiben.

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