Kampf gegen Hass im Netz

Jeder 5. Schüler von Mobbing betroffen

V. l.: Winkler-Kirchberger, Haberlander und Yazdi präsentieren die Anti-Hass-Sujets
V. l.: Winkler-Kirchberger, Haberlander und Yazdi präsentieren die Anti-Hass-Sujets © Land OÖ/Stinglmayr

Cybermobbing ist unter Kindern und Jugendlichen weit verbreitet. Laut Studien wird mittlerweile jeder fünfte Schüler gemobbt. Und das mitunter „auf tiefstem Niveau“, wie Christine Winkler-Kirchberger von der Kinder- und Jugendanwaltschaft weiß. Die Palette reiche von Beleidigungen, Demütigungen, das Streuen von Gerüchten, bis hin zu Fotos oder Fotomontagen mit sexuellem Hintergrund. Zwölf bis 16-Jährige sind am meisten betroffen von den Inhalten, die meist per WhatsApp oder Snapchat verschickt werden. Eine Altersgrenze für den Hass im Netz gibt es allerdings nicht. „Und die Opfer haben keine Möglichkeit, den Angriffen zu entgehen“, sagt Bildungsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander. Die Folge: Sie ziehen sich zurück, landen in der Isolation, entwickeln psychische Krankheiten oder begehen sogar Selbstmord.

Dass Cybermobbing als Kavaliersdelikt abgetan wird, will Psychiater Kurosch Yazdi von der Uniklink Linz, der mit den schweren psychischen Folgen der Attacken konfrontiert ist, nicht gelten lassen. Vielmehr sei es eine Form von Gewalt. Und es werde zu einem Massenphänomen. Schande- und Schamgefühle der Opfer führen dazu, dass das Mobbing oft monate- oder jahrelang unentdeckt bleibe und sich zunächst anders äußert, etwa als Schulverweigerung.

Schüler wachrütteln, Betroffene ermutigen, ihre Stimme zu erheben und sich zur Wehr zu setzen, das hat die neue Plakat- und Social-Media-Kampagne gegen Hass im Netz des Frauenreferates zum Ziel. Nicht nur Betroffene, auch Zuschauer oder Mitmacher sollen sensibilisiert werden. Aber auch die Täter. „Wir müssen Verhältnisse schaffen, dass sich die Täter fürchten müssen“, sagt Yazdi. Der Straftatbestand Cybermobbing allein scheint noch nicht zu reichen. Der sieht Strafen bis zu einem Jahr vor. Der Gesetzgeber sollte punktgenau reagieren und bestrafen können, sagt auch Haberlander, die sich für „harte Strafen gegen die Täter“ starkmacht.re

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