Kanada legt zweites Milliardenpaket gegen Corona-Krise auf

Zur Unterstützung von Unternehmen und Arbeitnehmern in der Corona-Krise hat das kanadische Parlament ein milliardenschweres Hilfspaket verabschiedet. Mitten am Osterwochenende stimmten die Abgeordneten am Samstag in einer Sondersitzung für ein Paket im Volumen von 73 Mrd. kanadischen Dollar (47,8 Mrd. Euro), das Lohnausfälle durch die Corona-Krise ausgleichen soll.

Unternehmen sollen 75 Prozent der Löhne ihrer Arbeitnehmer bezahlt bekommen, um Entlassungen zu vermeiden. Auch Regierungschef Justin Trudeau nahm an der Sitzung teil. Er war einen Monat lang in häuslicher Quarantäne, nachdem sich seine Frau mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hatte.

Trudeau hob hervor, dass der Kampf gegen das Virus “kein Krieg” sei, dass der Kampf deshalb aber “nicht weniger zerstörerisch und gefährlich” sei. Neben den Führungspolitikern der wichtigsten Parteien nahmen nur rund 30 von 338 Abgeordneten an der Parlamentssitzung teil, um die Regelungen zur Einhaltung des Abstandes wegen der Coronavirus-Infektionsgefahr einzuhalten. Unterhaus und Senat stimmten dem Hilfspaket nacheinander zu.

Es handelte sich um das zweite Milliardenpaket in Kanada als Reaktion auf die Krise. Bereits Ende März hatte das Parlament ein Nothilfepaket im Volumen von umgerechnet 69 Mrd. Euro verabschiedet. Es sieht unter anderem direkte Staatshilfen für Unternehmen und Familien vor. In Kanada sind durch die Krise mehr als eine Million Arbeitsplätze im März verloren gegangen. Das Land hat bisher über 23.000 Coronavirus-Infektionen und mehr als 700 Todesfälle gemeldet.

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