Kanzler warnt: „Virus kommt mit dem Auto!“

Ein Drittel der Neuinfektionen wurden importiert — nun verschärfte Grenzkontrollen

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„Das Virus kommt mit dem Auto nach Österreich“ warnte Bundeskanzler Sebastian Kurz vor besorgniserregenden Entwicklungen in den Ländern des Westbalkans. 303 Neuinfektionen mit dem Coronavirus sind von Freitag auf Samstag in Österreich registriert worden.

Das ist der höchste tägliche Zuwachs seit Anfang April. Von Samstag auf Sonntag wurden 191 Neuinfektionen registriert. Bei rund einem Drittel der Neuinfizierten handelt es sich um Reiserückkehrer, großteils aus Kroatien.

Die Situation in Österreich sei eine sehr gute stabile, aber die Entwicklung in den vergangenen Tagen sei eine „besorgniserregende“. Kurz appellierte: „Ich habe eine große Bitte an die Bevölkerung: Bitte, seien Sie vorsichtig. Die Zahlen steigen wieder, die Corona-Pandemie ist noch nicht überstanden, und wir müssen alles tun, um die Gesundheit in Österreich zu schützen, vor allem aber auch, um einen zweiten Lockdown zu verhindern, damit nicht Arbeitsplätze und die Wirtschaft gefährdet sind.“

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Sonder-Testprogramm für Reiserückkehrer

Ab heute gilt angesichts der steigenden Zahlen, die auf Reiserückkehrer aus Kroatien zurückzuführen sind, eine Reisewarnung für das beliebte Urlaubsland. Kroatienurlauber müssen seit Mitternacht bei der Einreise nach Österreich einen negativen PCR-Test vorweisen oder innerhalb von 48 Stunden nach der Einreise ein negatives Testergebnis vorweisen. Bis dahin gilt Heim-Quarantäne. Gesundheitsminister Rudolf Anschober will aber auch Testmöglichkeiten für all jene anbieten, die in den vergangenen zehn Tagen von einer Kroatien-Reise zurückgekehrt sind. Kroatienurlauber, die zwischen 7. August und 16. August 0.00 Uhr nach Österreich eingereist sind, haben ab heute die Möglichkeit, sich gratis testen zu lassen, auch wenn keine Symptome vorliegen. Sie können sich bei der Gesundheitshotline 1450 melden. „Ich appelliere an alle Reiserückkehrer dieses Testangebot, das während der gesamten kommenden Woche in Anspruch genommen werden kann, auch tatsächlich anzunehmen“, so der Gesundheitsminister.

Lange Staus in den Abendstunden

Nachdem der Rückreiseverkehr aus Kroatien am Feiertagswochenende relativ ruhig verlaufen war, spitzte sich die Lage in den gestrigen Nachmittagsstunden immer mehr zu. Um 17.30 Uhr standen die Heimreisenden laut Auskunft der Asfinag am Grenzübergang nach Spielfeld auf der Pyhrnautobahn (A9) mehr als drei Stunden im Stau. In der Gegenrichtung war das Verkehrsaufkommen am ganzen Wochenende stark. Weil Deutschland noch keine Reisewarnung für Kroatien erlassen hat, strömten Tausende Urlauber in Richtung Süden. In Spielfeld dauerte die Ausreise am Samstag um die zwei, vor dem Karawanken Tunnel über drei Stunden.

Aktion scharf an den Grenzen

Aktion scharf gilt ab sofort aber nicht nur für Kroatienurlauber. Auch an den Grenzen zu Italien, der Slowakei, Slowenien und Ungarn wird nach einem Regierungsbeschluss wieder verstärkt kontrolliert. Unterstützt werden die Gesundheitsbehörden dabei von Soldaten des Bundesheeres. „160 Soldaten stehen jetzt schon im Assistenzeinsatz zur Unterstützung von Gesundheitsbehörden in den Bundesländern zur Verfügung und die Anzahl kann jederzeit erhöht werden“, so Verteidigungsministerin Klaudia Tanner.

Einheitliche Regeln für Apres-Ski gefordert

Während die einen noch an den Sommerurlaub denken, denkt Tirols Landeshauptmann Günther Platter schon wieder an den nächsten Winter. Im Sommergespräch mit der APA fordert er eine bundeseinheitliche Regelung, unter welchen Corona-Bedingungen Apres Ski-Lokale, Bars und Diskotheken öffnen dürfen. „Hier wird man sicher einige Vorgaben machen müssen. Ich gehe davon aus, dass wir im Herbst und Winter solche Lokale nicht unter denselben Rahmenbedingungen wie in den letzten Jahren öffnen können”, so Platter.

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