Kaska Bryla: Die Eistaucher

Zwischen Alltagsproblemen und brutaler Gewalt, Realität und magischen Elementen siedelt Kaska Bryla in „Die Eistaucher“ die Welt an.

Die in Wien geborene Autorin bringt eine Gruppe Jugendlicher in prekäre Situationen und macht es ihr zunehmend schwerer, für Gerechtigkeit einzustehen. Mit ihrem zweiten Roman ist Bryla ein spannender Krimi über queere Liebe, aber auch Radikalisierung geglückt, dessen Handlungsrahmen über den üblicher Coming-of-Age-Geschichten hinausreicht.

Zeitsprünge macht hier nicht nur ein am Rande erwähntes zeitreisendes Longboard, sondern auch der Roman selbst. Er beginnt gegen Ende — genauer gesagt bei Kapitel neun. Da sind Iga, Jess, Ras und Co keine pubertierenden Teenager mehr, sondern Erwachsene, die sich trotz eines zunächst nicht näher erklärten Ereignisses in der Vergangenheit irgendwie ein Leben aufgebaut haben.

In einem dazwischen gewobenen zweiten Erzählstrang sind die Figuren wieder jung und haben jene Probleme, mit denen Jugendliche eben konfrontiert sind. Fernab aller Klischees zeichnet Bryla die Klassenkollegen als echte, nicht immer richtig handelnde, aber liebenswerte Charaktere.

Die Grenze zwischen Realität und Magie verschwimmt mehr und mehr. Brylas Text ist am Ende nicht nur ein Plädoyer für Solidarität, sondern auch eines gegen Radikalisierung und Gewalt, die uns heute viel zu alltäglich erscheint.

Kaska Bryla: „Die Eistaucher“, Residenz Verlag, 320 Seiten, 24 Euro

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