Meinung

von Manfred Maurer

Kein Hass tolerierbar

Kommentar zu Antisemitismus

Antisemitismus löst normalerweise reflexartig scharfe Ablehnung aus. In der Auseinandersetzung wird dann auch schon einmal ein Rechtsprinzip umgekehrt und in dubio contra reum geurteilt: Was antisemitisch interpretiert werden kann, ist antisemitisch.
Dass die Warnanlagen derart scharf gestellt sind, ist eine logische Folge unserer Geschichte. Es gibt auch kein vernünftiges Argument für ein Herunterfahren der Sensibilität. Wer den Anfängen wehren will, muss Alarm schlagen lange bevor etwas passiert.

Das scheint aber nicht für jede Form von Antisemitismus zu gelten: Beim Judenhass christlich-abendländischer Provenienz ist die Sache klar. Da gibt es kein Weghören, keine Toleranz. Und das ist gut so. Bei muslimischem Antisemitismus dagegen gibt es auffallende Zurückhaltung.

Ansonsten hochsensible Politiker, aber auch Kirchen und sogar jüdische Vertreter gehen der Diskussion darüber aus dem Weg. Eine Erklärung dafür lieferte nun der deutsche Außenminister Maas: Man dürfe nicht zulassen, dass Rechtspopulisten die Angst vor Antisemitismus Instrumentalisieren.

„Bei muslimischem Antisemitismus gibt es eine auffallende Zurückhaltung.“

Die Gefahr, dass die einen mit dem Judenhass der anderen vom eigenen ablenken könnten, ist nicht von der Hand zu weisen. Doch dies rechtfertigt kein Schweigen. Hass, egal welchen Ursprungs, darf nie und nimmer toleriert werden!

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