Kein Stein bleibt auf dem anderen

Bei Black Wings stehen Neuerungen an — Trainerfrage soll in 14 Tagen geklärt sein

Die Enttäuschung stand den Linzer Cracks nach dem Aus ins Gesicht geschrieben.
Die Enttäuschung stand den Linzer Cracks nach dem Aus ins Gesicht geschrieben. © BWL/Eisenbauer

Von Christoph Gaigg

„Nach diesem Grunddurchgang bin ich froh, dass wir überhaupt noch im Viertelfinale gespielt haben“, nahm sich Eishockey-Präsident Peter Freunschlag einen Tag nach dem Ausscheiden seiner Black Wings gegen Graz kein Blatt vor den Mund. Auch gegenüber Ex-Trainer Troy Ward sparte der Linz-Boss nicht mit Kritik: „Graz hat verdient gewonnen. Uns hat durch falsches Training (unter Ward, Anm.) die Spritzigkeit gefehlt.“

„Bei Spielerauswahl viel mehr ins Detail gehen“

Ein Jahr nach dem Umbruch soll erneut jeder Stein umgedreht werden. „Seit Ward weg ist (Anfang Jänner, Anm.), machen wir uns viele Gedanken, wie so etwas passieren konnte und wie wir das in Zukunft verhindern“, so Freunschlag. Konkret wolle man vor allem in der Spielerauswahl viel detaillierter arbeiten. „Wir werden Matrixen erstellen, um die Spieler mehr zu durchleuchten, deren Vergangenheit, die Verletzungshistorie. Wir müssen uns da viel mehr Punkte ansehen und viel mehr ins Detail gehen.“ Bisher sei das nicht geschehen, „das hat uns heuer einiges gekostet. Bisher hatten wir eben Glück gehabt, heuer hat es nicht funktioniert.“

Keine Alleingänge mehr bei Transfers

Weiters sollen in die Transferentscheidungen künftig mehr Leute involviert sein. Einen Alleingang wie von Ward im Sommer, der bei den Legionären völlig freie Hand hatte, wird es nicht mehr geben. Freunschlag spricht von einer sechs- bis siebenköpfigen Gruppe, der Trainer sei einer davon. Außerdem sollen die Spieler in Zukunft permanent mit Blutabnahmen, etc. durchgecheckt und analysiert werden.

Auch personell wird sich wieder was tun. Weniger bei den Österreichern — zwölf stehen unter Vertrag, auch mit Goalie Kickert soll verlängert werden — aber vor allem bei den Legionären. Selbst bei jenen, die noch einen Kontrakt besitzen, ist ein Verbleib ungewiss. „Es wird einige Abgänge geben“, kündigte Freunschlag an. Zunächst sei jedoch die Trainerfrage zu klären. Tom Rowe, der rettete, was zu retten war, soll gehalten werden, was allerdings auch von seinen finanziellen Vorstellungen abhängt. „In unserem neuen System wird er mit anderen Trainern verglichen. Aber er ist der Erste, dem wir ein Angebot machen“, so der Linz-Boss. In den nächsten 14 Tagen soll der Coach feststehen, um dann die Kaderplanung vorantreiben zu können.

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