(K)Ein Wagnis: Berührendes Werk ohne Stimme und ohne Mimik

„Kleine Dinge“ begeistert im Theater des Kindes

Tolle schauspielerische Leistung: Simone Neumayr (l.) und Matthias Hacker
Tolle schauspielerische Leistung: Simone Neumayr (l.) und Matthias Hacker © Theater des Kindes

Von Astrid Braun

Es mutet wie ein Wagnis an. Ein Stück für Kinder ab drei Jahren, in dem die Schauspieler nicht sprechen und die Mimik nicht sichtbar ist, da sie Masken tragen. Doch für Regisseur Andreas Simma war es keines, er war über alle Zweifel — die es durchaus gab —erhaben: „Ich wusste, dass das funktioniert.“ Er hatte u. a. die „École Internationale de Théâtre Jacques Lecoq“ in Paris besucht, wo Masken und Clown-Arbeit ein Teil der Ausbildung waren. „Theater ist ja so entstanden. Die Hauptsprache ist die Körpersprache und das ist eine universelle Sprache, die den Kindern sehr nahe ist“, betont Simma. Das Entstandene gibt ihm Recht.

Vom spannenden Kreislauf des Lebens

Am Freitag feierte „Kleine Dinge“ im Linzer Theater des Kindes eine erfolgreiche Premiere. Die Kinder waren gebannt und auch die Erwachsenen berührt.

Zwei Menschen finden auf dem Dachboden kleine Dinge. Gegenstände des Alltags, mit denen Geschichten erzählt werden. Es beginnt eine (Urlaubs-)Reise — und die Geschichte vom Kreislauf des Lebens. Es geht um Kleinigkeiten, um Momente, um Emotionen und die Liebe — zum Partner, zum Kind.

Groß und Klein wird auf die Reise mitgenommen

Eine junge Frau und ein junger Mann verlieben sich und gründen eine Familie, verreisen. Die Tochter wird größer, verlässt das Elternhaus. Die Eltern müssen sich darauf einstellen. Als die erwachsene Tochter, die übrigens vom Mann sowie von der Frau gespielt wird und rockig, modern in Erscheinung tritt, heimkehrt und vielleicht selbst eine Familie gründet, schließt sich der Kreis.

Für die Kinder zählen die Verwandlungen, das fiktive Auto, das fantastische Motorrad, eine beeindruckende Rauchwolke, die lustigen Einlagen. Die Schauspieler Simone Neumayr und Matthias Hacker nehmen „Klein“ und „Groß“ mit auf ihre Reise, hauchen den starren Masken mit vollem Körpereinsatz Leben ein, transportieren gemeinsam mit der Musik Emotionen ein, die berühren. Jeder spürt das Gefühl, wenn die Mutter die Tochter am Flughafen verabschiedet, ins eigenständige Leben entlässt.

Ein gelungenes Stück, das auch für Erwachsene funktioniert. „Kein Kind geht mit drei Jahren alleine ins Theater. Außerdem haben Kinder ein Recht auf Anspruch und Herausforderung“, sagt Simma. Der Beifall war groß.

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Termine, 16 Uhr, März: 16.; April: 13., 14.; Mai: 18., 19.; Juni: 16.; Tickets über www.theater-des-kindes.at; Tel. 0732/605255

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