„Kein wirkliches Haar in der Suppe“

Minister Faßmann mit Herbstferien zufrieden — Kaum Konsens möglich

Sind sich einig, dass Herbstferien sinnvoll sind (v. l.): Bundesschulsprecher Timo Steyer, der niederösterreichische Bildungsdirektor Johann Heuras, Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP), die Vorarlberger Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP) und Elisabeth Rosenberger, Koordinatorin des Elternbeirats.
Sind sich einig, dass Herbstferien sinnvoll sind (v. l.): Bundesschulsprecher Timo Steyer, der niederösterreichische Bildungsdirektor Johann Heuras, Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP), die Vorarlberger Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP) und Elisabeth Rosenberger, Koordinatorin des Elternbeirats. © APA/Techt

Aus europäischer Sicht befindet sich Österreich mit der verbindlichen Einführung von Herbstferien ab dem Schuljahr 2020/21 in guter Gesellschaft: In mehr als zwei Dutzend Ländern gibt es Herbstferien, die Dauer schwankt zwischen zwei Tagen und drei Wochen. An der Tatsache, dass es künftig auch für Österreichs Schüler und Lehrer eine herbstliche Ferienwoche gibt, findet Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) „kein wirkliches Haar in der Suppe“. Vielmehr würde bei gleichbleibender Zahl der schulfreien Tage die Vereinbarkeit von Schule, Beruf und Familie gefördert. Faßmann ist sich aber durchaus im Klaren, dass die nach jahrzehntelangen Diskussionen mit Eltern, Lehrern und Schülern zustande gekommene Regelung nicht alle zufriedenstellen wird. „Hätten wir weiter versucht, einen Konsens zu suchen, wären wir auch diesmal nicht weitergekommen.“

So sieht das auch die Koordinatorin des Elternbeirats, Elisabeth Rosenberger: „Die einzige einheitliche Meinung unter den Eltern ist, dass es keine einheitliche Meinung geben kann.“ Es mache eben einen Unterschied, ob man daheim ein Volksschulkind habe oder einen Schüler, der im Maturajahr seine vorwissenschaftliche Arbeit schreibe.

Die ab 2020 geltende Regelung sieht vor, dass in ganz Österreich von 26. Oktober bis 2. November schulfrei ist. Umgekehrt wird an den Dienstagen nach Ostern und Pfingsten unterrichtet und es werden (je nach Fall des 26. Oktober) ein bis drei schulautonome Tage gestrichen. Im Schuljahr 2019/20 können die Bildungsdirektionen in den Bundesländern diese Regelung bereits einführen, sie müssen es aber nicht.

Noch keine Entscheidung über kommenden Herbst

Aus Sicht des Ministers bringt die Maßnahme auch eine Vereinfachung für die Gemeinden als (Pflicht-)Schulerhalter — hätten sie nun doch Gewissheit, wann eine Ferienbetreuung angeboten werden müsse.

Eine Entscheidung darüber, ob Oberösterreich bereits im kommenden Herbst die Ferienwoche einführt, ist in der Bildungsdirektion noch nicht gefallen. Man wolle die konkrete gesetzliche Regelung abwarten und mit den Schulpartnern das vorgehen beraten, hieß es gegenüber der APA.

Fast durchgehend Herbstferien-Fans finden sich in der Tourismuswirtschaft. Wermutstropfen ist aus Sicht der Wirtschaftskammer allerdings der Wegfall des freien Dienstags nach Pfingsten, einem traditionell wichtigen Reisewochenende. Die Gewerkschaft sorgt sich aber um die Betreuung der Kinder der im Tourismus beschäftigten Arbeitnehmer.

Neos wollen überhaupt eine neue Ferienregelung

Grundsätzlich begrüßt werden die Herbstferien auch von Neos und Liste Jetzt. Die Neos verlangen aber eine grundsätzliche Überarbeitung der Ferienregelung samt Verkürzung der Sommerferien und der Verlängerung der Osterferien. Jetzt wiederum will die Ferienbetreuung geregelt sehen.

Beim Österreichischen Gemeindebund vermutet man, dass — wie in den Oster- und Sommerferien — die Schulen geschlossen sein werden. Aus der Sicht der Familien seien einheitliche Ferien für alle Schultypen organisatorisch sicher einfacher.

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