Keine Ermüdungserscheinungen bei Jubilar Andreas Berger

ÖLV-Rekordhalter Andreas Berger wird heute 60 und hat noch viel vor

Als aktiver Sprinter hatte Andreas Berger (r.) vor allem über 100 Meter viel Grund zum Jubeln.Andreas Berger funktionierte Skisprungschanzen für seinen „Red Bull 400“ um und sorgte damit bei 25.000 Teilnehmern in Europa, Nordamerika und Asien für ein Sport-Highlight.
Andreas Berger funktionierte Skisprungschanzen für seinen „Red Bull 400“ um und sorgte damit bei 25.000 Teilnehmern in Europa, Nordamerika und Asien für ein Sport-Highlight. © Votava/Imagno/picturedesk.com Victor Magdeyev/Red Bull Content Pool

Seinen heutigen 60. Geburtstag feiert der Oberösterreicher Andreas Berger im Urlaub in Italien und im Kreise seiner Liebsten.

„Die schönsten Momente waren die Geburten meiner beiden Kinder und des Enkerls“, schilderte Österreichs Leichtathletik-Rekordhalter über die 100 Meter (1988 in 10,15 Sekunden), dass er nicht nur auf eine glorreiche Sprint-Karriere, mit einem Schönheitsfehler 1993, zurückblicken kann.

Außerdem macht sich Berger seit 2005 als Veranstalter von kreativen, innovativen Sportevents einen Namen. Heuer zwei werden zweite weitere ihre Premiere (siehe links) feiern.

Vorteil des Spätstarters

Erst mit 20 Jahren startete Berger mit dem Leistungssport. „Vielleicht war das mein Glück, dass ich meinen Körper nicht davor schon übermäßig belastet beziehungsweise verbraucht habe“, meinte der Jubilar, der bei WM (1987, 89), EM (87, 88) und Olympischen Spielen (1988, 92) mit Spitzenplatzierungen ins Rampenlicht lief.

1989 sprintete der Gmundner zum Hallen-EM-Titel (60 m) und zum Sieg in Neu-Delhi, wo er auch den großen Carl Lewis bezwingen konnte. Verletzungen, ein drohendes Karriere-Ende und ein falscher Entschluss ließen Berger 1993 über eine Doping-Affäre stolpern.

„Jeder trifft bewusst Entscheidungen und muss mit den Konsequenzen leben. Es gehört zu meinem Leben dazu, aber ich verschwende keine Gedanken mehr daran“, ist die Causa für Berger längst abgehakt.

Einzigartiges Erlebnis

Mehr als 20 Jahre hat Berger nach seiner aktiven Zeit sportlich „wenig bis gar nichts gemacht“. Im Zuge der Corona-Pandemie überkam ihn die Lust am Sprinten wieder und mit der Masters-WM in Tampere (FIN) hat er ein klares Ziel vor Augen. „Leider ist sie auf Juli 2022 verschoben worden“, muss sich Berger noch ein Jahr gedulden.

Seit 2005 sorgt er im Zuge seiner Veranstalter-Tätigkeit für leuchtende Augen bei den Hobby- und Profi-Sportlern. Sein „Red Bull 400“, bei dem Skisprungschanzen hinauf gerannt werden müssen, entwickelte sich in zehn Jahren zu einer bekannten Serie in Europa, Nordamerika und Asien mit 19 Stationen und 25.000 Teilnehmern. Von Ruhestand will das Geburtstagskind, aber nichts wissen, denn „die meisten Dinge sind noch nicht erfunden“.

Neues Sprint-Format

„Nicht alle sind die Ausdauer-Typen und manche bevorzugen sicher kurze, knackige Sprints“, dachte sich Berger und entwickelte dieses neue Format. Am 7. August kommt es in Wels zur Premiere.

Vier Teilnehmer treten dabei in einem Ausscheidungsrennen über den 192,27 Meter (entspricht der Bahnlänge der antiken Olympischen Spiele) langen Dreieckskurs an.

Schanzen-Seil-Sprint

Mit Seil und Umlenkrolle kommt es wiederum am 28. August auf der Bischofshofener Skisprungschanze beim „Liffted“ zu einer Premiere. Nach dem Fahrstuhlprinzip laufen zwei mit einem Seil verbundene Teilnehmer entgegengesetzt rauf bzw. runter, um die Ziellinie als Erster zu überqueren.

„Bergab ist es fast gleich anstrengend wie bergauf und man muss sich richtig runter stürzen trauen“, freut sich Initiator Berger auf den neuen Lauf-Bewerb.

Halbmarathon verschoben

Die geltenden Corona-Verordnungen haben die Veranstalter des bereits etablierten Traunsee Halbmarathons, zu denen auch Jubilar Berger gehört, zu einer dreiwöchigen Verschiebung des Laufevents gezwungen. Der neue Termin ist der 10. Juli 2021.

Von Daniel Gruber

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